CRAZEWIRE Best Of:
März 2010
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 06.04.2010
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Roh und schroff wirken viele der Produktionen, man trägt eine Schmutzschicht nicht ohne Stolz. Unmengen von Samples und Instrumenten werden zu Liedern, die oft nur im Bereich knapp über der zwei Minuten-Grenze manövrieren, manchmal eher skizzenhaften Charakter haben, an anderer Stelle jedoch in der Kürze der Zeit genau auf den Punkt kommen.
Beach House erheben ihre unschuldigen „Teen Dreams“ zur ausgereiften Form, die mit der neuen Platte eine unfassbare Intensität verströmen lässt – schaut man in die unzähligen Veröffentlichungen der letzten Jahre, so mag man feststellen, dass eine Platte mit vergleichbarer Tiefe und Intensität schwer zu finden ist.
Da ist ein fantastisches Läuten in meinen Ohren, und es wird hoffentlich niemals vorübergehen. Ein Nachhall, der sich tief in mir festgesetzt hat. Ein Sturm der Gefühle, der hinter sich eine Gutwetterfront her zieht. Ein flüchtiger Blick, der nur Großes verheißen kann. Der Moment, in dem die Wolkendecke aufreißt und die Sicht frei gibt auf die unbetrübte Schönheit eines blauen Himmels...
Die erste Single „Ambling Alp“ ist ein Paradebeispiel hierfür: als hätten MGMT geträumt, sie seien Tears For Fears, die geträumt hätten, sie wären MGMT. An allen Ecken klackert und klappert es, während Keating den Song mit seiner klaren Stimme zusammenhält: „Speak up for yourself son / Never mind what anybody else‘s done“.
Alleine, wenn Nika Roza in „The Bull And The Ram“ und „This Is My Last Goodbye“ ihre großen Auftritte bekommt, können die noch so schwarzen Blumen der Nacht plötzlich in allen Farben erstrahlen. Egal, wie nahe man den Tränen plötzlich sein mag. „Speak louder / Speak louder / Speak louder / Tell me your heart“.