CRAZEWIRE Best Of:
Juni 2010
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 05.07.2010
War das wieder ein spannendes Rennen bei der Wahl der fünf besten Platten des Monats! Doch Crazewire krönt niemanden, der es nicht verdient hat, nur wer sich richtig ins Zeug legt, darf sich Mrs. oder Mr. Juni nennen. Diesen Monat mit dabei: Gayngs, Robyn, Superpunk, Crystal Castles und Surfer Blood.
[A]lles zeugt von so intimer Qualität, die zwar 2010 veröffentlicht, doch aus einer Zeit heraus gedacht wird, als die musikalische Sprache noch vibrierte und man über Sex noch geredet hat, als wäre er heilig.
Es ist, wie der Titel es sagt, der Körper, der auf diesem Album in jeglichen Facetten in Mitleidenschaft gezogen wird. Robyns und unsere Gefühle spielen verrückt, schlagen sich auf unsere menschliche Hülle aus und suchen nach Ausdruck. Tanzen kann da nur die Lösung sein.
Großartig, schon immer gewesen. Eigentlich könnte man damit die Review auch schon wieder beenden, denn was soll man groß schreiben über Superpunk, was nicht sowieso schon jeder weiß. Die Hamburger sind Deutschlands Beat-Bewahrer, hundsgemeine Hymnenschreiber und gutes Gewissen einer oft leicht eingebildeten Szene von norddeutschen Rockmusikanten.
Plötzlich erkennt man eine Melodie in den unzähligen Einzelteilen, die sich wie ein Mosaik zusammensetzen und aus der Ferne betrachtet ein imposantes Gesamtkunstwerk ergeben. Für eine Welt, die trotz zunehmender Vernetzung mehr und mehr auseinanderfällt, ist „Crystal Castles“ der perfekte, wenn nicht gar der einzig relevante Soundtrack geworden.
Einem Außerdirdischen, der noch nie zuvor das Wort „Indie“ in seinem semantischen Zentrum verorten konnte, würde man warscheinlich „Catholic Pagans“ vorspielen - sollten die Pixies dann schon wieder uncool sein. Ruhig und bescheiden, hören wir hier ein Statement zur Lage der Surfnation, wie sie unbeschönigter und ehrlicher nicht hätte sein können.