CRAZEWIRE Best Of:
Juli 2010
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 03.08.2010
Von Monat zu Monat schreien wir auf und heben die linke Faust für die besten Alben die wir in den vergangenen vier Wochen besprochen haben. Diesen Monat sind wir zwar nicht ganz so einig wie im Juni mit Gayngs, oder im Mai mit The National, dennoch haben wir für Euch die Crème de la Crème des Juli zusammen gesucht. Herausgekommen ist: The Morning Benders, The School, Damien Jurado, Perfume Genius und School Of Seven Bells.
Auch wenn man auf „Big Echo“ zum Teil große Melodien findet, die sich nicht zu schade sind, in einem Meer aus übersteuerten Gitarrenwänden zu versinken („All Day Daylight“), so sind es doch vor allem die ruhigen, in sich gekehrten Momente, die einen aufhorchen lassen.
Hier werden sehr authentisch Teenagergefühle einer vermutlich größtenteils ausgedachten Vergangenheit beschworen. Vom Artwork, über die Melodien bis zur Produktion beweisen The School viel Liebe zum Detail.
Mit Chören im Hintergrund, Hall auf der Stimme und einer todtraurigen Gesangsmelodie schließt Damien Jurado den Hörer förmlich in seine Arme und man ertappt sich sogar beim betätigen der Repeat-Taste, aus Angst plötzlich losgelassen zu werden.
Songs, die in Zeitlupe und nur am Klavier gespielt werden. Balletttänzerinnen, die sich zu „Learning“ weinend immer und immer wieder um sich selbst drehen, bis es dunkel wird. Dazu die brüchige, wie Samtpapier wirkende Stimme, die klingt, als sänge dir Hadreas die bedeutungsschweren Texte direkt über das Telefon in dein Ohr.
Shoegazing trifft Elektronik, durchaus auch die der 80er-Jahre. Um es überspitzt zu formulieren: My Bloody Valentine nehmen ein gemeinsames Album mit den frühen Depeche Mode auf. Wem das etwas zu schräg vorkommt, der hat schon das erste Album „Alpinisms“ der School Of Seven Bells nicht gehört [...].