CRAZEWIRE Best Of:
Juli 2009
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 03.08.2009
Kein Yin ohne Yang. So sehr das Sommerhoch sich auf die Live-Musik erstreckt, so lauwarm sieht es an der Veröffentlichungsfront aus. Doch wo viel akzeptables Mittelmaß die überschaubarer Palette bestimmt, strahlt ein Album jetzt schon bis zum Ende des Jahres. Passion Pit ist das konkurrenzlose Highlight neben Patrick Wolf, Pink Mountaintops, Wildbirds & Peacedrums und Mexican Institute Of Sound.
Wenn sich auch einiges geändert hat, wird man noch immer die „Chunk Of Change“-Geschichte mit „Manners“ verknüpfen wollen. Denn Angelakos thematisiert in seinen Texten nach wie vor dieses herrlich-kribbelnde Gefühl des Verliebtseins, der bittersüßen, melancholischen Selbstfindung zu betörenden Synthesizer-Kompositionen, die in den 80er-Jahren zu Hause, im heutigen Indie-Pop aber heimisch sind.
„The Bachelor“ ist aber nicht nur ein Extrakt aus seinen Vorgängern. Eine neue Professionalität macht sich vor allem in dem Einsatz von Instrumenten bemerkbar. Die Streicher strotzen von orchestraler Fülle und elektronische Elemente sind nicht mehr willkürliche Experimente, sie werden gezielt eingesetzt.
Wer, wie ich, mit den oft arg hippiesken Experimenten von Black Mountain nicht so viel anfangen konnte, wird sich freuen, dass Stephen McBean mit seiner zweiten Band, die ursrpünglich mal ein Soloprojekt war, nach dem Mitternachtsblues von „Axes Of Evol“ mit „Outside Love“ nun dem folgt, was ein Trend der Zeit zu werden scheint.
Die Begleitenden Percussions verstärken die Intensität des Gesangs und bringen Abwechslung in die Musik. In dem Moment, in dem sich die Langeweile langsam anschleicht, haut Andreas Werliin auf die Trommeln und das Album bekommt eine interessante Wendung.
Die Produktionen spiegeln dabei ihr Entstehungsumfeld wieder, beziehen Mariachi-Trompeten und traditionelle lateinamerikanische Rhythmen dabei ebenso ein, wie die zeitgemäßen Beats, und die Großstadt repräsentierenden HipHop-Bässe.