CRAZEWIRE Best Of:
Januar 2011
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 02.02.2011
Auch im sehr knappen, ersten Monat des Jahres 2011 tönten einige Platten ganz besonders oft aus unseren Verstärkern gegen die mediale rundum Dauerbeschallung. Dauerbeschallung, die weite Teile des Landes vom Wesentlichen abgelenkt zu haben scheint. Mit unserem Best Of sind wir darum bemüht, die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Unsere fünf für den Januar 2011: Hercules And Love Affair, Iron & Wine, Gang Of Four, White Lies und Tu Fawning.
Hercules & Love Affair liefern kein „Blind“ ab, sind jedoch mit der Durchführung ihres Masterplans, die Welt ein klein wenig besser zu machen und die Menschen zum tanzen zu bringen, ein ganzes Stück weiter gekommen. Die Musik, die Foxman und Butler lieben, spielt jetzt nicht mehr nur noch im einstigen Club von damals. Aus The Hole ist schon lange The Cock geworden und Hercules & Love Affair schwingen auf der ganzen Welt.
Mit seinem dezenten Gitarrenspiel und seiner stets etwas gedämpften Stimme schafft es Beam, eine ganz eigene Grundstimmung zu kreieren. Die Instrumentierung setzt immer wieder kleine Akzente, die sich überraschenderweise perfekt in die Songstrukturen einfügen.
[...] „Content“ ist ein waschechtes, ein typisches Gang Of Four-Album geworden, das mit den bekannten Markenzeichen dieser bahnbrechenden Band aufwartet: monotone Bassläufe, verzerrt singende Gitarren und eine maschinell hergestellte Perfektion. Das klingt auch heute noch so aktuell und modern wie vor 30 Jahren, als Gang Of Four mit ihrem wegweisenden Debüt „Entertainment!“ unter dem Deckmantel des Post-Punk die Musikszene aufrüttelten.
Bei aller Konzeptualisierung der Platte haben die White Lies aber ein Stück untergebracht, das die anderen effektreich überstrahlt und auch als Singleauskopplung erfolgreich sein wird: „Bigger Than Us“. Die Zeilen „And I feel like I’m breaking up / And I wanted to stay / Headlights on the hillside / Don’t take me this way / I don’t want you to hold me / I want you to pray / This is bigger than us” sind so erfüllt von sehnsüchtiger Melancholie und dem metaphyischen Bewusstsein, dass unser Dasein ein ganz kleines Körnchen im Kosmos des Großen-Ganzen ist, dass es einem das Herz zusammenzieht.
[...] spätestens mit den ersten Böllersalven in der Silvesternacht wurde selbst dem größten Weihnachtsfreund dann wieder schlagartig klar: 2011, neues Jahr, alles neu und alles wieder zurück auf null. Da kommt einem Tu Fawnings „Hearts On Hold“, das Debütalbum der Band aus Portland, Oregon, gerade recht, um sich einzustimmen auf die musikalischen Großtaten, die einen in diesem Jahr noch erwarten werden.