CRAZEWIRE Best Of:
Januar 2009
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 02.02.2009
Und am Ende einer jeden Saison steht sie doch über allem. Die geliebte Statistik. Sie zeigt uns einmal mehr wie bitter es sein kann, wenn der innig geliebte Verein abgestiegen und der übliche Verdächtige wieder Meister geworden ist. Aber wer weiß, vielleicht dürfen wir uns auch in dieser Saison über eine weitere Überraschung freuen. Bei uns hat die Spielzeit jedoch gerade erst begonnen und Animal Collective nehmen für diesen Monat den Spitzenplatz ein, während sie von Antony And The Johnsons, Franz Ferdinand, Scott Weiland und Madlib dicht verfolgt werden. Jetzt heißt es für uns aber erst einmal wieder: „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“.
Während „Strawberry Jam“ streckenweise an kalkuliertem Wahn erinnerte, öffnen sich hier zuhauf die Türen eines möglichen Zugangs zur Band, ohne dass sie dabei auf ihre vielschichtigen Produktionen verzichten müsse. Es scheint, als wären fast alle rumpelnden Elemente aus ihrem Klang getilgt und durch atmende Klangkollagen ersetzt worden.
Es ist diese Entrücktheit, diese Authentizität, die Antony zu einem Ausnahmekünstler und „The Crying Light“ zu einem Ausnahmealbum machen. Egal, wie kalt oder warm es draußen gerade ist.
Wie bei einem guten Freund, der plötzlich über Nacht das Land verlässt, von dem man drei Jahre kein Lebenszeichen bekommt, den man langsam vergisst und der dann urplötzlich an der Haustür klopft. Komm doch herein, erzähl, was ist denn so passiert in den letzten Jahren?
Atmosphärische Flächen, teilweise ins psychedelische gehend. Tolle balladeske Melodien. Großartig. Und dass Scott Weiland schon immer einen guten Musikgeschmack hatte, beweist er auch hier mit grandiosen Cover-Versionen von Klassikern.
Einmal mehr wird das Produzenten-Handwerk in den Fokus gerückt. Das ist es, was diese Alben so einzigartig und hypnotisierend macht. In kurzen Häppchen, die das Underground-Hip-Hop-Herz im Beat höher schlagen lassen, setzen sie Denkmäler.