CRAZEWIRE Best Of:
Februar 2011
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 02.03.2011
Die Academy hat sich entschieden! Hiermit küren wir die besten Alben. Jedoch nur für den Februar. Bei den guten Punktwerten, die wir diesen Monat vergeben haben, kann sich aber jeder Gewinner viele Hoffnungen auf die Bestenliste des Jahres machen. Mit dabei sind: Radiohead, James Blake, ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead, Bright Eyes und PJ Harvey.
Auf die Frage eines Reporters, warum [George] Mallory unbedingt den Mount Everest besteigen wolle, soll dieser 1923 geantwortet haben: „Weil er eben da ist.“ Dies ist auch genau der pragmatische Grund, weshalb man knapp 90 Jahre nach diesem Zitat „The King Of Limbs“ mehr als nur einen verstohlenen Hördurchlauf gewähren sollte, um das Werk in seiner vollen Pracht genießen zu können.
Ohne Frage: „James Blake“ ist schon jetzt ein Meisterwerk, das wohl nur in einem verlassenen, unterkühlten Schlafzimmer, ausgestattet mit Piano, Synthesizern, Sequenzern, Drumcomputern, ganz viel Bass und James Blakes Sehnsucht entstanden sein kann. Die Superlativreihe ist um ein Wort reicher geworden: überwältigend.
So oszilliert das Pendulum bei der Festlegung des Genres, das Trail Of Dead mit „Tao Of The Dead“ bedienen, mal wieder ganz wild. Schweinerock garniert mit elektronischen Elementen und eingepasst in Strukturen der klassischen Musik, ein stetes Liebäugeln mit dem Krautrock, die Verwendung konventioneller Schemata aus Blues und Folkmusik — man fände auf Anhieb noch einige weitere Referenzen für den Artrock von Trail Of Dead.
Spätestens mit „The People’s Key“ sind Conor Oberst und seine Mannen in die Riege der großen Songwriter aufzunehmen. Das zeigt auch das starke Interesse an der Platte und der anstehenden Tour im Sommer. Spätestens jetzt kann man sich sicher sein, dass Conor auch noch in den nächsten 20 Jahren von sich hören lassen wird. Er gehört inzwischen zu den ganz Großen, zu den Dylans, Youngs, Simons, Cashs und Smiths.
Musikalisch stellenweise etwas verkopft, überzeugt PJ Harvey vor allem textlich. Krieg, Verlust, Loyalität, Freundschaft und Liebe werden ebenso verarbeitet wie der allgemeine Zustand ihrer Heimat Großbritannien.