CRAZEWIRE Best Of:
Februar 2010
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 01.03.2010
Liebe Freunde,
ihr habt euch also doch dazu hinreißen lassen, den Klick zu wagen. Den folgenden Absatz könnt ihr euch jetzt also schneken.
´Sekt oder Selters, Gyros oder Döner, Kölsch oder Pils, Windows oder Mac, Sommer oder Winter? Es ist offensichtlich: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die scheinbar einfachsten Entscheidungen werden zum Geduldspiel auf Zeit. Ja oder Nein? Das war mal wieder die Frage bei unserer monatlichen Best Of-Auswertung. Und dabei sei euch versichert: Sich zwischen einem Oppositionspaar zu entscheiden, kann ein Hochgenuss sein. Ganz anders sieht es da bei der Vielzahl an Platten aus, die wir im Februar vorgestellt haben. Aber am Ende konnte es dann doch nur fünf Gewinner geben. Darum geben wir die Wahl wieder an euch ab. Klickt ihr jetzt, um zu erfahren, wer es ist, oder nicht? Ja oder Nein?
Verdichtung und Entfremdung, Statik und Rhythmik, diese Gegensätze dominieren die Platte, die sich jeglicher gängiger Klischees elektronischer Musik entzieht. So beginnt „Black Noise“ mit einem Surren und Summen, unzähligen Geräuschen, […] die nun wild durcheinander schwirren, auf der Suche nach Konsistenz. Wie aus dem Nichts taucht diese dann in Form einer Bassmelodie und eines wummernden Beats auf […].
Die Stimmen, die auf „Parades“ entweder verstohlen im Hintergrund oder nur im Verbund als Chor zu hören waren, drängen sich nun stark in den Vordergrund. Das führt zum Einen dazu, dass „Magic Chair“ das konventionellste Album Efterklangs geworden ist, auf der anderen Seite finden sich auf diesem Album die memorabelsten Songs der aktuell als Quartett auftretenden Dänen.
Ja, es ist ein wabernder Brei aus Rhythmus und Melodie, der sich da ganz harmonisch von der Eröffnungsnummer „Blessa“ in das folgende „Minors“ zieht. Träumerisch wird man sich in den soften Klängen von „Causeres Of This“ verlieren und verhalten durch den Raum gleiten.
Im tropisch feuchten Dschungel, zwischen dicht wuchernden Pflanzen und matt-fahlem Licht ist ein Orchester aus alten Ataris und Spielekonsolen aufgebaut, um mit den Geräuschen des Waldes zu kommunizieren. Obgleich digital, ist der Klang rund, voll und auf sonderbare Weise organisch.
Vielschichtige Arrangements und ein Raum füllender Klang sind der Rahmen, den The Unwinding Hours für sich zu nutzen wissen. Da zelebriert „Tightrope" mit voluminösen Streichern euphorisch die Melancholie, während bei „There Are Worse Things Than Being Alone" die Luft fiebrig flirrt und dröhnende Summlaute die Kulisse einnehmen.