CRAZEWIRE Best Of:
August 2011
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 07.09.2011
Der August war ein eher flauer Monat, es war schwer überhaupt Favoriten für ein Best Of zu finden. Dennoch haben wir es geschafft. Und siehe da: Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich unser aktuelles Best Of alles anderes als flau. Mit dabei sind: Little Dragon, Hard-Fi, And So I Watch You From Afar, Love Inks und Eastern Conference Champions.
Entweder man flüchtet sich in die Musik. Oder man tanzt dazu. Oder man macht beides. Der Charme einer Clubnacht haftet an „Ritual Union“, gepaart mit verträumt-hypnotischen Klängen. Sei es „Precious“ oder das Auto-Tune-Stück „When I Go Out“ - Little Dragon flirten, was das Zeug hält. Mit dem Zuhörer, mit der Tanzfläche, mit ihren Instrumenten.
Hard-Fi legen eine Disco/Rock Platte hin, die nicht zu kurz von sozialem Belang ist. Die Synthese aus tanzbaren Beats, harten Gitarren und Themen, die an einem Rednerpult an das Volk gebracht werden könnten, zeichnet die Platte aus. Hard-Fi sind längst mehr als eine Band nur für UK und so ist auch „Killer Sounds“ ein großer Schritt aus London heraus.
Als maßgebliche Einflüsse dieses instrumentalen Post Rock-Entwurfs darf man neben Namen wie Explosions In The Sky und Mogwai auch Faith No More vermuten. And So I Watch You From Afar zeigen sich äußerst geschickt im Spiel mit Wucht und Leichtigkeit. Brachiale Klänge und leichtfüßige Melodien gehen fließend ineinander über, bescheren dem Hörer ein einnehmendes Erlebnis.
Insgesamt betrachtet, wartet der Longplayer nicht mit großartiger Abwechslung auf. Er ist lediglich auf Gitarre, Bass, Synthie und gut platzierte Beats reduziert. Kein Schnickschnack, keine zusätzliche Instrumentierung, lediglich ein Spritzer elektronischer Farbe. So erfüllen einen Love Inks mit rohen Emotionen, die unter die Haut gehen. Viel Pop in wenig Verpackung - und das ist auch gut so.
Eastern Conference Champions schaffen den Spagat aus Indie-Hymnen, die einem mit ihrem leicht melancholischen Drall den Drang des Mitsingens im Halse stecken lassen, und wolkenverhangenen Trauerballaden. Momente, die einen an Kashmir und ihrem introvertierten Pathos erinnern, die ein ums andere Mal in tieftraurigem Fatalismus enden...