CRAZEWIRE Best Of:
August 2008
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 07.09.2009
Auch der letzt Monat hatte einige vielversprechende Alben in petto. Zu unseren persönlichen Superstars im August zählten Florence & The Machine, Julian Plenti, The XX, Mew und The Dodos. Der erste Platz war hart umkämpft, doch es gibt nur einen Sieger.
„Islands“ etwa, oder noch viel mehr „Heart Skipped A Beat“, „Shelter“ und „Stars“ lassen den Mund weit offen stehen und die Frage unbeantwortet, wie man so viel Liebe in so wenig Töne packen kann. Hier ein Beat, da eine zurückhaltende Gitarre, und der Bass übernimmt nicht selten die Rolle des Leadinstruments. Diese Verknappung ist die größte Leistung der Band, und Zeugnis einer unglaublichen Frühreife im Songwriting.
Als hätte ein irrer Schönheitschirurg einen New Order-Song (ca. „Low-Life“-Phase) mit einem Skalpell in hundert Stücke zerschnitten und diese dann mit verbundenen Augen wieder zusammengesetzt. Es ist herrlich, man möchte tanzen, wenn das zu diesem Song möglich wäre, doch Gott sei Dank ist er dafür zu sperrig.
An jeder Ecke und über jedem Ton schwebt der Geist der jungen Kate Bush, so wie in „Dog Days Are Over“, das mit Handclaps und Harfe aus sphärischen Höhen beginnt, um dann mit einem unwiderstehlichen Mitmach-Rhythmus hinabzusteigen zu den Lebenden.
Julian Plenti? Nie gehört? Wer soll das denn sein? [...] Julian Plenti ist niemand Geringeres als Paul Banks, der niemand Geringeres ist als der Sänger der New Yorker Band Interpol, die mit ihren bisherigen drei Albumveröffentlichungen das Musikbild der Nuller-Jahre maßgeblich mitbeeinflusst haben.
Mit „Time To Die“ gehen The Dodos einen ganzen Schritt nach vorne. Es ist nicht nur so, dass die aus San Francisco stammenden Musiker ihren Stil ausgearbeitet und gefunden zu haben scheinen, sondern auch Zuwachs bekommen haben.