CRAZEWIRE Best Of:
April 2011
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 04.05.2011
Platten die sich gekonnt oder glücklich durch den kritischen Pfad unserer verdorbenen Medienaugen schleusen konnten, haben es bis hier hin geschafft; ins Crazewire Best Of. Platin oder Gold ist das zwar nicht, zufrieden sind wir aber dennoch mit ein wenig Ordnung im Chaos der Musiklandschaft. Wir präsentieren unser Crazewire Best Of April 2011 mit:Cold Cave, Ja, Panik, Yuck, Snailhouse und Fleet Foxes.
„Cherish The Light Years“ erstrahlt dabei nicht in grell-überhöhtem Glanz, sondern findet Schönheit im Kaputten, Ausgeleierten, im Halbdunkel einer schäbigen Gasse, sprich: an Orten, an denen man normalerweise nicht danach suchen würde. Zwar haben die Songs Titel wie „Icons Of Summer“ oder „Confetti“, doch fröhlich-bunt geht es hier nicht zu.
Die 15 Stücke über die Schwierigkeit, in eine profitorientierte Gesellschaft hineingeboren zu werden und im Krieg des modernen Lebens kämpfen zu müssen, über das Weglaufen vor zu viel echtem Gefühl, über die Leidenschaft des Selbstmords und über die universale, allzuoft vergebliche Suche nach Liebe sind ein vertontes intellektuelles Großstadtdrama aus dem Jahre 2011.
Ich übertreibe nicht, wenn ich an dieser Stelle sage, dass „Yuck“ das wohl bodenständigste Indie Rock-Album geworden ist, das mir seit Jahren über den Weg gelaufen ist. Die sogenannte Class of 2005 ist damit endgültig abgehakt, es geht mit Yuck wieder zurück auf Start. Willkommen in der puristischen Langeweile und dem ergreifenden Begehren vier junger Menschen mit dem Herzen am genau richtigen Fleck.
Zurück zu seinen Anfängen mit vielen Entwicklungsschritten - Snailhouse ist dort angekommen wo er hingehört: in die Herzen seiner verhältnismäßig kleinen Fanbase. Diese jedoch behandelt ihn wie einen guten Vater, den verlorenen Sohn, wie eine Familie. Das Gegenseitige Freund-Sein ist eine gegenseitige Herzensangelegenheit, eine Liebe zur Musik und dem Leben, nicht minder als für die Ewigkeit bestimmt.
Das Fenster ist geöffnet, eine kühle Brise trägt leises Vogelzwitschern in die lauwarm abgestandene Luft im Zimmer und verjagt staubige Geister. Müsste man diesem Album eine Farbe zuordnen, es sollte sich irgendwo zwischen einem warmen orange, abendsonnenrötlich und golden, einpendeln. Abschließend sei noch erwähnt, dass sich das Booklet zu einem hübsch illustrierten Poster ausfalten lässt und „Helplessness Blues" in der CD-Version in einem schicken Digipack erscheint.