DETAILS

Kategorie:
Spezialbericht

Titel:
„Backyard - The Movie" - Reykjavik in love

Interpret:
Various Artists

Datum:
04.11.2011

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 09.11.2011

BERICHTE

Spezialbericht - „Backyard - The Movie" - Reykjavik in love

„Backyard - The Movie" - Reykjavik in love

Nicht nur für so manchen Leser unseres Magazins gilt Reykjavik als beinahe mystischer Ort. Neben Natur und Menschen ist es vor allem die dortige Musikszene, die die Stadt zum Adressat der Sehnsüchte macht. Wer schon einmal dort war, Island bereist hat, trägt ein zartes Leuchten in den Augen. Alle Reisemuffel oder chronisch klamme Weltumsegler erhalten nun eine Möglichkeit, sich zumindest via Heimkino für knappe 70 Minuten mitten ins Herz dieser Szene zu versetzen.

Die Musikdoku „Backyard" ist die filmgewordene Jubelfeier des kreativen Reykjavik. Aus der Idee geboren, Bands aus dem weiteren Bekanntenkreis auf Film zu bannen, entstand schließlich ein Film, der D.I.Y., Zusammenhalt und gemeinsames Anpacken feiert. Der Zugang ist sehr persönlich, unter Bandinterviews mischen sich Aufnahmen aus Privatwohnungen oder Restaurants. Da werden Infos zu Auftrittszeiten am Rande eines Fußballspiels ausgetauscht, trifft man sich im Wohnzimmer zum Brainstorming. Die beiden Filmmacher schaffen es, den Selbstmach-Charme ihres Projekts nachvollziehbar zu machen. Wer selbst einmal ein Konzert im eigenen Wohnzimmer veranstaltet hat, verdrückt Tränen der Verzückung.

Das Spektrum der präsentierten Bands reicht von Bart bis Milchbubi. Der leicht schräge Indie Pop von Borko trifft auf entrückten Folk von Mùm oder die Partyhymnen von Retro Stefson. Ein Höhepunkt ist der Auftritt von Seabear-Mastermind Sindri Már, der mit seinem Soloprojekt Sin Fang eine eindringliche Version des Songs „Clangour" darbietet. Natürlich unterstützt von den Musikern seiner Hauptband. Auch sehr schön zu beobachten sind Hjaltalin, deren Besetzung den Rahmen des kleinen Hinterhofs sprengt, sodass die Orgel kurzerhand auf einem Wellblechdach platziert wird.

Man könnte „Backyard" zusammenfassend als isländische lo-fi-Variante von „Dave Chapelle's Blockparty" beschreiben. Diese Szene lebt nicht durch einen gemeinsamen Sound, sondern wird vereint durch persönliche Sympathie und Attitüde. Unbedingt ansehen!

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