DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Young Rebel Set & Honig

Interpret:
Young Rebel Set

Datum:
19.03.2011

Lokation:
Gebäude 9, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Anita Hubert
Bonn, 23.03.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Young Rebel Set & Honig

Young Rebel Set & Honig

Im Kölner Gebäude 9 kommt man oft in den Genuss Bands zu sehen, die noch zu den Underdogs zählen und sich den Weg nach oben erst erspielen müssen. Dass diese Bands noch nicht auf den größten Bühnen spielen, ist für die Konzertatmosphäre nicht immer das Schlechteste: Es kommen weniger Leute, aber diejenigen, die da sind, kommen auch wirklich der Musik wegen.

So auch am Samstag bei Young Rebel Set. Im nicht ausverkauften, aber ganz gut gefüllten Konzertsaal trafen sich Musikliebhaber, um dem neuesten Sternchen am Indie-(Folk)-Rock-Firmament zu huldigen Und die Aussicht auf ein paar schnuckelige britische Jungs locken vor allem die Mädels an. Kaum verwunderlich also, dass die ersten Reihen doch sehr weiblich geprägt sind.

Zunächst kommt aber Stefan Honig auf die Bühne. Sagt einem nichts? Dem Publikum im Gebäude 9 erging es wohl genauso. Zunächst bleibt also die Stimmung noch etwas gedämpft, als der junge Mann sich mit seiner Gitarre hinsetzt. Aufgeregt ist er wohl auch, plaudert das aber zwischen den Songs ganz charmant weg. Die anfängliche Zurückhaltung des Publikums schwindet auch allmählich als klar wird, dass dieser Mann mit seiner Gitarre mehr drauf hat als Lagerfeuermusik.

Musikalische Unterstützung bekommt er dabei von sich selbst. Er nimmt Loops auf, singt dazu und schafft es ganz allein den Sound einer ganzen Band auf die Bühne zu bringen. Diesen Anblick ließen sich auch die Jungs von Young Rebel Set nicht nehmen und kamen zwischenzeitlich hinter der Bühne hervor.Stefan Honig versprach am Ende noch eine spätere Open-Air-Zugabe und dann war es Zeit für den Hauptact.

Nur sechs der eigentlich sieben Bandmitglieder kamen auf die Bühne. Vielleicht hat Frontmann Matthew darüber auch ein paar Worte verloren,verstehen konnte man ihn dank des genuschelten britischen Akzents nicht wirklich. Der Akzent ist zwar beim Singen noch da, sobald die ersten folkigen Töne erklingen, singt Matthew jedoch klar und deutlich. Mit seiner kräftigen, teils auch sanft wirkenden Stimme begeistert er nicht nur die Mädels aus den ersten Reihen. Lässig singt er von Liebe und verpassten Gelegenheiten und lässt dabei das Working-Class-Image heraushängen.

Da die Interaktion mit dem Publikum schwierig ist, geht es von einem melodischen Ohrwurm zum nächsten. Die anfänglichen Folkklänge werden weniger, die starken Textzeilen bleiben. Bei „If I Was“ kann das Publikum dann sogar einige Zeilen ohne Unterstützung des Frontmannes singen. Gar nicht schlecht für eine Band, die gerade erst ihr Debütalbum veröffentlicht hat.

Young Rebel Set lassen sich davon nicht beeindrucken und bleiben so lässig wie ihre Outfits. Zwischendurch hat man nur leider das Gefühl, sie bleiben ein wenig zu cool. Man merkt ihnen den Spaß auf der Bühne nur bei einigen Songs an. Bei anderen wirken sie etwas gelangweilt und spielen einfach ihr Set herunter. Die gut geschriebenen, stimmig harmonischen Songs hören sich zwar auch dann super an, etwas mehr Enthusiasmus würde den Auftritt der Band jedoch großartig machen.

Ziemlich schnell ist es dann auch schon wieder vorbei. Eine Zugabe gibt es zwar noch, die ist aber eher schwach. Genauso das Versprechen, zusammen mit den Zuschauern noch ein Bier zu trinken. Die Band ließ sich zwar an der Theke blicken, war aber scheinbar vor allem da, um ihren Merchandise zu verticken. Da konnte ein Stefan Honig, der sein Versprechen einlöste und vor der Halle noch ein Ständchen für die Willigen gab, mehr punkten.


 

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