Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Yellowcard, Saves The Day & The Wonder Years
Interpret:
Yellowcard
Datum:
11.12.2011
Lokation:
Köln, Bürgerhaus Stollwerck
Autor:
Christina Kania
Bonn, 21.12.2011
Ganz unerwartet erhalte ich die Nachricht, dass ich doch noch das ausverkaufte Konzert von Yellowcard, Saves The Day und The Wonder Years im Bürgerhaus Stollwerck besuchen darf. Dementsprechend groß ist meine Freude. Und so mache ich mich gut gelaunt auf den Weg nach Köln.
The Wonder Years leihen sich ihren Namen von einer erfolgreichen amerikanischen Teenager Fernsehserie Ende der 1980er- Anfang 1990er-Jahre, hier besser als „Wunderbare Jahre“ bekannt. Die sechs Amerikaner liefern eine energiegeladene Show mit mehrstimmigem Gesang und gelegentlichen, aber passenden Shouts.
Anschließend betreten Saves the Day die Bühne und starten mit „Fireflly" vom großartigen dritten Album „Stay What You Are“. Das Publikum lässt sich zwar gelegentlich zum Mitklatschen animieren und hier und da werden bekanntere Hits wie „Freakish" oder „At Your Funeral" mitgesungen, aber so ganz mag der Funke bei den jungen Menschen heute leider nicht überspringen. Schade eigentlich, denn Saves The Day ist eine Band, die behaupten darf, Mitbegründer ihres eigenen musikalischen Genres zu sein sowie viele nachfolgende Bands beeinflusst zu haben. Gerade Yellowcard bekennen ihre Liebe zu Saves The Day offen. Im Song „With You Around" heißt es: „You and me driving with a Saves the Day record on. We were singing till our voices were gone“.
Mich überzeugen vor allem die Songs des aktuellen Albums „Daybreak“ wie „Deranged And Desperate“ oder „Undress Me“. Man merkt, dass Mastermind Chris Conley mit diesem Album eine Transformation durchgemacht hat und es nach überstandenen dunkleren Zeiten sichtlich genießt, den neuen Lebensmut auf der Bühne zu zelebrieren.
Schließlich betreten Yellowcard die Bühne und starten mit „For You And Your Denial" und „Way Away" durch. Sänger Ryan Key scheint ein wenig angeschlagen und bemüht nach jedem Song den Wasserkocher auf der Bühne für ein Schlückchen heißen Tee. So schont er seine Stimme und überlässt zwischen den Songs lieber Geiger Sean Mackin die Kommunikation mit dem Publikum. Gegen Ende steht Ryan alleine mit Akustikgitarre auf der Bühne, beleuchtet mit einem Spot und spielt „Sing for Me“. Das hätte schön werden können, nur klingt der Song derart nach Enrique Iglesias, dass man kaum hinhören mag.
Die jungen Menschen feiern die Band dennoch frenetisch. Mir ist das Ganze bis auf wenige ältere Hits („Believe“ oder „Ocean Avenue“) ein wenig flach, weil alles tendenziell gleichförmig klingt.
Bin ich einfach alt geworden und man feiert mit Anfang 20 solche Konzerte noch anders ab? Mag sein... Für mich steht fest, wenn Saves The Day im Sommer wieder nach Deutschand kommen, werde ich dabei sein, bei Yellowcard wäre ich mir da nicht so sicher.