DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
We Were Promised Jetpacks

Interpret:
We Were Promised Jetpacks

Datum:
21.04.2010

Lokation:
Köln, Werkstatt

Weiterführende Links:

Autor:
Jan Nicolai Kolorz
Köln, 26.04.2010

BERICHTE

Konzertbericht - We Were Promised Jetpacks

We Were Promised Jetpacks

Es mag ein nicht zu vernachlässigender Gedanke hinter dem Entschluss gesteckt haben, den vier jungen schottischen Startups gleich zwei Vorbands voranzuschicken. Neben der jüngst erschienen EP „The Last Place You'll Look“, die hauptsächlich alternative Fassungen aus dem bereits bestehende Repertoire beinhaltet, haben We Were Promised Jetpacks lediglich ihre Debütplatte „These Four Walls“ im Angebot. Sonst nichts. Das Privileg, aus einem breiten Almanach der langen Bandhistorie schöpfen zu können war also nicht gegeben. Also taten die Schotten, was ihnen übrig blieb, um dem dünnen Eintrittsgeld seine Würde zu geben: sie wälzten, zogen und zerrten. Vor das Problem gestellt, Pulver wohldosiert verschießen zu müssen, sah sich die Band nicht. Wem das wütend schöne Erstlingswerk ein Begriff ist, weiß, dass sich Tempo und Qualität von vorne bis hinten durchhalten. 

Nach ewigen Bahnen von Effekten und Geräuschen mündete das Intro im ersten Song „Keeping Warm“. Hier ein Lob an die Technik: Der Sänger klang live wie auf Platte, hervorragend gemischt. Mit geschlossenen Augen wütete er seine Sätze durch die Kölner Werkstatt, um sie dann bei aggressiven Ausbrüchen wieder zu öffnen. Die Band wusste sehr wohl um die Tragfähigkeit ihrer Songs, denn die Single „Quiet Little Voices“ folgte sogleich. Sämtliche Westkölner Oberstufen-Gymnasiasten schienen dies zum Anlass zu nehmen, sich dem längst totgeglaubten Ausdruckstanz der affektierten Wut zu widmen. Pogo! Er ist nicht tot, er riecht nur komisch. Mit Versuchsansätzen, sich mit dem Publikum lokalkulturell gut zu stellen, haspelte der Drummer im schottischen Räuber-Deutsch „Wie geht es euch?“ und der Frontmann sinnierte über seine Erfahrungen im Kölner Bling-Bling-Trash-Lokal Venusceller. Der janusköpfige Sänger versank bei „It's Thunder And It's Lightning“ fortan wieder im lauten Beat der Musik und Brüllte voll Spielwut und Energie das arme Mikrofon zusammen. Nachdem er sich bei einer programmdienlichen 10-Minuten-Version von „Short Bursts“ im Jam erholte, sah er ein, dass ein Mikro für wahre Affekte nichts mehr hergab. Aus nackter Kehle schrie Adam Thompson in das unschuldige Publikum. Auch hier ein interessantes Phänomen: die elektronische Verstärkung bremste seine Euphorie mehr, als sie zu intensivieren. Reine Emotionen gingen nur über die reine Stimme. 

Den verzeweifelten Forderungen, noch die eine oder andere Zugabe rauszuhauen, konnten We Were Promised Jetpacks nicht nachgehen. Wie auch, ohne Material? Etwa Pixies oder Undertones covern? Bitte nicht. „I'm sorry, there is no encore. We only have one album“, entschuldigten sie sich höflich. Die jungen Herren brauchten sich nun wirklich nicht zu rechtfertigen. Das kurze, aber vielleicht dafür umso intensivere Konzert war frisch, knackig und charmant. Mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren wird man zum Glück noch die eine oder andere Platte zu hören bekommen. Mehr Intensität konnte man aus ihrem Repertoire nicht rausholen.

 

Freunde

 
 
 

Wir Präsentieren:

 
 
 
 

Prunkstücke