Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Veto
Interpret:
Veto
Datum:
27.01.2012
Lokation:
Uebel & Gefährlich, Hamburg
Autor:
Dominik Knauf
Köln, 01.02.2012
Neulich im Crazewire-Interview erzählte der dänische Fußballspieler Ken Ilsø von den unzähligen talentierten Bands seiner Heimat. Dass der Düsseldorfer Mittelfeldmotor dabei die Band Veto aus Aarhus aussparte, kann eigentlich nur daran liegen, dass das Quintett in Dänemark bereits zu den etabliertesten und erfolgreichsten Gruppen des Landes zählt. Und das trotz ihres sehr eigenwilligen, teils sehr sperrigen Indie-Electro.
In Deutschland jedoch zählen Veto weiterhin zu den Geheimtipps, wenngleich ihre letzten beiden Alben auch hierzulande bei einem Majorlabel veröffentlicht wurden. Doch sowohl „Crushing Digits“ als auch das im letzten Jahr erschienene „Everything Is Amplified“ fanden bis auf einige gute Kritiken kaum Beachtung. Ein Umstand, der an diesem Abend im Hamburger Uebel & Gefährlich aber nicht die Stimmung trübt, denn der Club ist nahezu ausverkauft. Zum einen liegt dies an der relativen Nähe zur dänischen Grenze, die auch den einen oder anderen Landsmann der Band nach Hamburg verschlagen hat. Zum anderen hat sich auch der Ruf Vetos als begnadete Live-Band in den letzten Jahren durchaus rumgesprochen.
Von Beginn an ziehen einen Veto mit ihrem dunklen, synthiegeschwängerten Sound in ihren Bann. Vor allem die Rhythmussektion um Bassist Jens Skov Thomsen und Drummer Mads Hasager weiß mit pumpenden Beats, die bis in die Magengrube nachhallen, zu begeistern. Was auf dem Album streckenweise noch eine Spur zu steril und auf Hochglanz produziert klingt, verwandelt sich live zu einem derart dichten Sounderlebnis, dem man sich an diesem Abend beim besten Willen nicht entziehen kann.
Nur weil die Songs live noch einmal im Vergleich zu den Albenversionen wachsen und die Band um Sänger Troels Abrahamsen unaufgeregt ihre schnörkellose Bühnenshow abliefert, bedeutet dies nicht, dass Veto sich hinter ihren Songs verstecken – geschweige denn müssten. Im Gegenteil, gerade durch das fehlende Rockstargehabe wirken ihre vor Dynamik strotzenden Songs noch direkter. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ken Ilsø tatsächlich noch nie etwas von Veto gehört haben sollte, ist ihm hiermit der Besuch eines Konzertes wärmstens empfohlen – und nicht nur ihm.