DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
The Horrors

Interpret:
The Horrors

Datum:
06.11.2011

Lokation:
Luxor, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Köln, 16.11.2011

BERICHTE

Konzertbericht - The Horrors

The Horrors

Schwarz ist die alles dominierende Farbe an diesem Abend im Kölner Luxor. Schon bei der allseits hochgehandelten Vorband S.C.U.M. wird auch dem letzten Besucher klar, dass dies kein heiterer Konzerteabend wird – eher eine „Black Celebration“. S.C.U.M.-Frontmann Thomas Cohen wirkt mit seinen überlebensgroßen Gesten und der bleichen Gesichtsfarbe wie eine Mischung aus „Twilight“-Charakter und Nick Cave. Dass die Songs der Inszenierung ein wenig hinterherhinken, fällt dabei nicht groß ins Gewicht.

Denn S.C.U.M. sind nur die Fingerübung zu dem, was The Horrors im Anschluss in ihrem knapp einstündigem Set zelebrieren. Es ist ja bereits allseits bekannt, dass die Karriere von The Horrors erst mit ihrem Meisterwerk „Primary Colours“ wirklich begann. So ist es wenig verwunderlich, dass die Band um Sänger Faris Badwan ausschließlich Songs von eben jenem „Primary Colors“ und ihrem aktuellen Werk „Skying“ spielt. Und was für Songs die Band im Repertoire hat! „A Sea Within A Sea“ als hypnotisierend verspielte Wave-Hymne. „Still Life“ ist eine verträumte, eindringliche Liebeserklärung an die dunkle Seite.

Beeindruckend ist, wie sehr die an sich schon großartigen Songs durch die visuelle Komponente noch gewinnen. Da werden The Horrors in rot und blau getönte Nebelschwaden gehüllt, bis man die Band nur noch als verschwommene Schemen wahrnimmt. Im nächsten Moment hebt sich Badwan dann aus dieser identitätslosen Masse ab, seine Gesten sind plötzlich ganz klar und deutlich. Das Publikum staunt andächtig, nur vereinzelt (und vornehmlich in den ersten Reihen) wird gehüpft. Doch zu viel Bewegung ist an diesem Abend auch nicht angebracht. Wer will auch schon die sakrale Stimmung stören? Als The Horrors zum Ende nur noch als schwarz-weiße Silhouetten im Stile von Kraftwerks „Schaufensterpuppen“ zu erkennen sind, wird deutlich: diese Band hat es nicht nötig, sich zu verstecken. Falls sie es doch tut, dann nur um ihre einzigartige Wirkung zu verstärken.


 

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