DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Superpunk

Interpret:
Superpunk

Datum:
02.03.2008

Lokation:
Gebäude 9 , Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 25.03.2008

BERICHTE

Konzertbericht - Superpunk

Superpunk

Die Herren mit den weißen Westen sind zurück. Zwar trägt an diesem Abend keiner der Anwesenden genanntes Kleidungsstück und doch möchte man sich Superpunk am liebsten in schicker Einheitskluft und mit Stehkragen vorstellen. Schon immer hatte man sich das Bühnenoutfit so ausgemalt, wie Heinz Strunk es vor kurzem in „Fleisch ist mein Gemüse“ beschreibt. Superpunk könnte auch Günther Glitter & The Locomotion oder Freudenhaus Tanzbankett heißen. Also Licht aus, Spott an für einen im besten Sinne dilettantischen Soulabend.

Die Hamburger machen schon seit jeher, was sie eben nicht wirklich am besten können, wo jedoch ihr Herz so richtig dolle dran hängt. Wenn man schon nicht die technische Raffinesse der Stax und Motown-Studiobands besitzt, dann doch ganz sicher eine Menge Leidenschaft und Spaß an der Freude. So auch an diesem Abend im gut gefüllten Gebäude 9. Das Publikum ist mit den Musikern gealtert, die Ebene stimmt. Mache man sich also bereit für locker aus der Hüfte geschossene Hits wie „Nur Ein Kleines Bisschen Seele Jetzt“, „Ich Weigere Mich Aufzugeben“ oder „Man Kann Einen Ehrlichen Mann Nicht Auf Seine Knie Zwingen“.

Dass sämtliche Bläser aus dem leblosen Korpus des Keyboards kommen, verwundert vielleicht am Anfang, tritt aber hinter einer sympathischen, weil – bei aller Schunkelsucht vieler Stücke - nicht zu euphorischen Show zurück. Auch wenn man das Gefühl hat, heute sei nicht der größte Abend der Bandgeschichte, erfreut man sich an netten Alltagsbeobachtungen und stilvoller Spitzbübigkeit, deren unzweifelhafter Höhepunkt mit „Neue Zähne Für Meinen Bruder Und Mich“ erreicht wird. Nächstes Mal dann mit Zylinder und Frack bitte.


 

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