DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Stars & Ikaria

Interpret:
Stars & Ikaria

Datum:
09.09.2010

Lokation:
Köln, Luxor

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 13.09.2010

BERICHTE

Konzertbericht - Stars & Ikaria

Stars & Ikaria

„Weißt Du, wer Vorband von Stars ist?“, fragt mich eine sehr gute Freundin ein paar Stunden vor Konzertbeginn. Ich starte mein Laptop und schaue schnell nach. „Ikaria aus Luxemburg werden das Konzert eröffnen“, sage ich ihr. Und mit einem weiteren Blick sehe ich, dass das Stars-Konzert im Kölner Luxor auch ausverkauft sein wird. Na, da bin ich aber mehr als gespannt. Schließlich waren die letzten beiden Konzerte, die ich im Luxor sah, alles andere als voll. Von einem Ausverkauf war auch gar nicht die Rede. Die Japandroids waren zwar gut besucht, doch bei The Twilight Sad war es mit 50 Besuchern ein Trauerspiel ohne gleichen.

Die Stars scheinen da hingegen schon eher zu ziehen. Ob es daran liegt, dass sie seit ihrem Debüt „Nightsongs“ und nachfolgendem Meisterstück „Hearts“ die Messlatte im Independent-Pop für dahinschmelzende Herzen gehörig hoch gelegt oder ob sie sich seit ihrem ersten Auftritt im Jahr 2004 gemeinsam mit ihrer Familienbande Broken Social Scene in Köln den Arsch abgespielt haben, weiß ich nicht. Fest steht aber, dass sie genau wie Broken Social Scene eine große Fangemeinde in der Domstadt haben. Und sie die Stadt und ihre Leute mindestens genauso lieben.

Die Ansage, dass das Luxor ausverkauft sein soll, hat sich dann auch bewahrheitet. So voll habe ich den Laden schon lange nicht mehr gesehen. Das Publikum steht schon während des Auftritt von Ikaria fast bis zur Tür, und je weiter wir nach vorne gehen, desto mehr müssen wir die Ellenbogen ausfahren, um uns in der geschwätzigen Masse Platz zu verschaffen. Beinahe haben wir den Eindruck, dass die Besucher nur für Ikaria gekommen sind. Die Aufmerksamkeit, die dem Quartett und ihrem energischen Indie-Pop mit elektronischen Anleihen geschenkt wird, ist mehr als dankbar. Eine routinierte und dennoch junge Band die weiß, wie sie in ihren schwarzen Outfits für eine dezente Bühnenpräsenz sorgt. Auch wenn ihr Auftritt recht kurz war, dürfen wir uns hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen freuen. Vorerst nehmen sie aber ganz ohne Allüren am Merchendise-Stand platz und verkaufen ihre Platten und T-Shirts.

Als die Stars um Amy Millan und Torquil Campbell die Bühne betreten, wird es noch etwas voller. Alle rücken noch ein Stückchen mehr zusammen und sind vom ersten Moment an hellauf begeistert. Die Stars sind vom Scheitel bis zur Sohle Profis, die nicht nur ihre Instrumente, sondern auch das Publikum vom ersten Ton an voll im Griff haben. Doch sehen können wir sie nur bedingt. Die kleine Rampe, auf der wir stehen, bietet uns zwar etwas mehr Übersicht, doch mehr als hin und wieder auftauchende Gesichter auf der Bühne sind nicht zu sehen. Was aber nichts ausmacht, denn schließlich ist es für mich mal ein Erlebnis zu wissen, dass sie da sind, ich sie erstmalig nicht in Gänze sehe, sondern nur ihren herrlichen Pop-Songs für Erwachsene lauschen darf. Sie waren da und doch unsichtbar.

In knapp anderthalb Stunden spielen sie Hit an Hit. Lassen wirklich keinen Wunsch offen und heizen dem ohnehin warmen Luxor noch mal so richtig ein. Die Präzision, mit der sie ihre Lieder spielen, ist einmalig gut. Es mögen vielleicht Live-Versionen von „Elevator Love Letter“, „Take Me To The Riot“, „Bitches In Tokyo“ oder „Undertow“ sein, doch an einer mangelnden Umsetzung scheitert es bei Stars nie. Auch die Kommunikation mit dem freudig dreinguckenden Publikum ist bei ihnen hervoragend. Besonders Torquil ergreift gerne das Wort, bedankt sich und ist sichtlich glücklich darüber, dass die Stars den weiten Weg von Kanada nach Köln zu einem so dankbaren Publikum gemacht haben. Nach circa einer Stunde verlassen sie die Bühne, um unter tosendem Applaus für die Zugabe wieder zurück zukommen. Diese spielen sie dann mit mehreren Songs im Gepäck runter. Und natürlich durften zu ihrem glänzenden Auftritt auch nicht neue Kracher wie „Wasted Daylight“, „I Died So I Could Haunt You“, „Fixed“ oder „Dead Hearts“ von ihrem aktuellen Album „The Five Ghosts“ fehlen. Die Stars sind in Köln stets willkommen und welche Band kann schon von sich behaupten, in fast allen relevanten Klubs der Stadt gespielt zu haben, immer für Stimmung zu sorgen und sich dabei ganz heimisch zu fühlen?

Video: „Fixed“


 

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