Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Snailhouse & Wilukas
Interpret:
Snailhouse
Datum:
18.11.2011
Lokation:
Bürgerbahnhof, Wuppertal-Vohwinkel
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 23.11.2011
Vohwinkel gehört nun wirklich nicht zu den schönen Stadtteilen Wuppertals. Überregionale Bekanntheit erlangte Vohwinkel darüber hinaus in letzter Zeit durch die ansässige Neonazi-Szene, die recht aktiv zu sein scheint.
Das es auch anders geht, zeigt der Bürgerbahnhof, der mit allerlei Veranstaltungen ein bisschen kulturelles Leben und somit auch Glanz nach Vohwinkel bringt. Eine der dort mittlerweile etablierten Veranstaltungsreihen ist die „Endstation Sehnsucht“, die mit einem stilvollem Ambiente und einem außerordentlich guten Programm punkten kann.
Die Mischung aus regionalen Künstlern und internationalen Musikern funktioniert und begeistert einmal im Monat die Besucher, die zum Teil aus den Nachbarstädten Köln und Düsseldorf angereist kommen. Ein eindeutiges Zeichen, dass hier qualitativ gut gearbeitet wird.
Am 18. November 2011 spielten Wilukas, der Sänger der Kölner Band Lingby sowie die Kanadier von Snailhouse im Bahnhof Vohwinkel. Der auf der Bühne etwas schüchtern wirkende Wilukas spielte klassische Singer-Songwriter Songs, die mich wider Erwarten gar nicht nervten. Momentan bin ich dieser Stilrichtung ja eher negativ eingestellt. Auch wenn man schon mal die Gitarrenakkorde von Nirvanas „Heart Shaped Box“ heraushören kann und Neil Youngs „Heart Of Gold“ wenig überraschend als Coverversion gewählt wurde, so machen die etwas mehr als 30 Minuten doch Spaß. Das Publikum dankt es mit wohlwollendem Applaus.
Danach dann Snailhouse. Diesmal als Duo nach Deutschland gereist, spielen sich Mike Feuerstack (Gitarre) und Michael Belyea (Schlagzeug, Keyboard) vor allem durch die beiden letzten Alben „Lies On The Prize“ und „Sentimental Gentleman“. Routiniert, gefühlvoll und toll wie immer, doch trotzdem erschreckend unspektakulär – das habe ich in den vergangenen Jahren schon besser gesehen. Und das ist eben das Besondere an Snailhouse, die Band überzeugt auf ganzer Linie. Jeder Kritikpunkt wäre mosern auf hohem Niveau. Man wünschte es den Beteiligten, dass sie a.) mehr Aufmerksamkeit in Deutschland erregen könnten und b.) auch mal mehr als 40 Zuschauer in den Bahnhof Vohwinkel locken könnten. Support Your Local Scene... in Wuppertal so wichtig, dass man es noch mal betonen sollte.
Video: „Airwaves"