Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Raz Ohara & The Odd Orchestra
Interpret:
Raz Ohara & The Odd Orchestra
Datum:
27.10.2009
Lokation:
Köln, Blue Shell
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 02.11.2009
Seine Zusammenarbeit mit dem derzeit gerne genannten Apparat sorgte vor zwei Jahren für gesteigerte Aufmerksamkeit. Seither hat sich Raz Ohara einen guten Namen bei Techno-Pop-Freunden gemacht. Sein zweites Projekt, begleitete von seiner Band The Odd Orchestra, siedelt dagegen in eher indirekt tanzbaren lautmalerischen Sphären und hat gerade eben das neue Album veröffentlicht.
Köln sollte eigentlich kein Problem sein für einen Künstler, der Bühnenoufit und Performance gern von einer Note zeitgemäß glitzerndem Trash- Theaterschick umwehen lässt. Leider funktioniert das nicht auf jeder Bühne und so ist das Bild im sparsam besuchten Blue Shell ein eher unfreiwillig komisches. Wer Tenacious D - die Serie, nicht den eher verzichtbaren Film - gesehen hat, schmunzelt bitte jetzt. Ob weiterhin die 13 Euro Abendkasse für eine Show ohne Vorband in diesem Fall für den Publikumsausfall verantwortlich sind, bleibt Mutmaßung.
Dennoch gelingt es der Band schnell einen besonderen Klang zu erzeugen, der Mal von Parliament oder Funkadelic beeinflusst scheint, in anderen Momenten gar einige Jazz-Anleihen aufweist. Wem es gelingt, die Leere im Raum und die trotzdem vorhandenen Hintergrundgespräche auszublenden, dem offenbaren sich Lieder, denen unter anderen Umständen etwas Besonderes bescheinigt werden müssten. Am Ende kann man also einiges an Potential erkennen, muss jedoch nüchtern festhalten, dass dies einfach der falsche Ort am falschen Abend war.