DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Peter Licht im Schauspielhaus Köln

Interpret:
Peter Licht

Datum:
28.05.2011

Lokation:
Schauspielhaus, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Lisa Bertram
Köln, 13.07.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Peter Licht im Schauspielhaus Köln

Peter Licht im Schauspielhaus Köln

Peter Licht ist – neben der Tatsache, dass wenn er nicht hier ist, sich auf dem Sonnendeck befindet – sehr medienscheu. Umso erfreulicher also, dass er endlich wieder einen Auftritt in seiner Heimatstadt Köln hatte. Allerdings im Schauspielhaus Köln. Ein Sitzkonzert also. Mit einer etwas kritischen Erwartungshaltung setzt man sich also auf seinen Platz und fühlt sich eben mehr im Theater als auf einem Konzert. Einzig die Gitarren, ein Keyboard und ein Schlagzeug auf der Bühne lassen erahnen, dass hier die Musik spielt.

Dann ist es soweit, ein unscheinbarer Mann, gekleidet in eine Jeans und ein weißes T-Shirt, betritt die Bühne und die Menge beginnt zu klatschen – Peter Licht, der Meister der skurrilen und doch intelligenten Texte und verqueren Metaphern. Der lebende Beweis für den schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Doch bevor es losgeht, erzählt Licht einige Anekdoten. Ganz in seinem bekannten Stil.

Dann beginnt er zu spielen, aber ganz gleich ob „Safarinachmittag“, „Gerader Weg“ oder „Wettentspannen“ – das Publikum bleibt gebannt auf seinen Plätzen sitzen. Kein Konzertfeeling. Peter Licht ist da nichts vorzuwerfen, er spielt viel, er spielt gut und vor allem bei seinen neuen Songs beschäftigt er sich mit dem Thema Medien und Datenschutz und greift damit ein aktuelles Thema musikalisch auf.

Liegt es an der Location oder am Publikum? Ist das Kölner Peter Licht-Publikum ein Haufen verklemmter Möchtegern-Intellektueller, der artig klatscht, wenn ein Lied vorbei ist, aber sonst keine Regung zeigt? Oder lag die Lethargie an der formalen Etikette der Theatersitze? Ganz zum Schluss, nach dem „Sonnendeck“: ja, da stehen vereinzelte Personen auf und klatschen Beifall. Der Rest bleibt sitzen. Irgendwie verstörend. Als reger Konzertbesucher fühlt man sch wie ein Außenseiter in einer Parallelwelt, in der es anscheinend völlig normal ist, bei einem Konzert so viel Regung zu zeigen wie beim sonntäglichen Tatort.

Da konnten auch Lichts Anekdoten über die Gefahren beim Jeanskauf (niemals die Hose waschen und, wenn doch mal ein bisschen Wasser nötig wird, am besten mit der Jeans duschen) das Publikum auflockern. Vielleicht ist auch der Generationenkonflikt schuld, dass das im Durchschnitt eher ältere Publikum den Interpreten nicht mehr abfeiert, sondern sesshaft geworden ist – im wahrsten Sinne des Wortes. Peter Licht und seine Gedankengänge sind und bleiben aber nichtsdestoweniger ein Phänomen, das man als Liebhaber des skurrilen Irrsinns nicht missen sollte.


 

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