DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Peter Broderick

Datum:
02.06.2009

Lokation:
Societätstheater, Dresden

Weiterführende Links:

Autor:
Kai Töpel
Dresden, 08.06.2009

BERICHTE

Konzertbericht - Peter Broderick

Peter Broderick

Die Geschichte von Peter Broderick klingt für seine jungen Jahre schon eindrucksvoll. Der erst 22 jährige Multiinstrumentalist wächst in Portland, Oregon auf und macht sich dort schnell einen Namen als Studiomusiker. Musikalisch passt es dann doch nicht so ganz, deswegen zieht es ihn 2007 nach Dänemark, um seiner Lieblingsband Efterklang unter die Arme zu greifen und währenddessen noch an eigenen Projekten zu arbeiten. Efterklang ist mittlerweile für ihn erst einmal Vergangenheit und so tourt er mit einer handvoll Instrumente und -ähnlich wie Final Fantasy- mit einem Loopgerät als Ein-Mann-Band durch die Welt.

Stopp machte er dabei im Societätstheater in Dresden. Dieses kleine Theaterhaus in der Inneren Neustadt gelegen, hat sich seit fast zwei Jahren Stück für Stück auch zu einer abwechslungsreichen Konzertbühne entwickelt. Während zuerst nur lokale Bands die Räumlichkeiten nutzten, beschallen seit fast einem Jahr auch viele bekannte, nationale und internationale Künstler jeden zweiten Dienstag den für 150 Leute ausgelegten Saal. Perfekte Vorraussetzungen also für die manchmal zerbrechlich wirkende Musik Peter Brodericks, der auf seinem aktuellen Album „Home“ auch, passend zu seiner Herkunft, Singer/Songwriter Elemente zu- und seiner Stimme mehr Platz lässt.

Passend dazu war dieser Abend auch einer der Solokünstler. Eröffnet wurde er durch Gareth Dickson, ein schottischer Songwriter, dessen einfach gehaltener, zauberhafter Folk leider mit einigen technischen Problemen seiner Gitarre zu kämpfen hatte. Rein instrumental übernahm dann Nils Frahm am Klavier und sorgte für einige begeisterte Gesichter. Der Berliner versuchte dabei den weiten Spagat zwischen klassischer Musik und Indie-Pop und ihm gelang es zumindest an diesem Abend vorzüglich. Zum Ende hin unterstützte ihn Peter Broderick noch mit seiner singenden Säge. Die Beiden hatten während ihrer gemeinsamen Tour viel Zeit für Experimente.

Dann übernahm Peter Broderick selbst die Bühne, indem er sich salopp als „Hello my name is Peter“ vorstellet, wirkte dabei aber eher wie ein alter Schulfreund, den man schon seit langem kennt. Passend dazu ging es beschwingt-kindlich über eine Stunde weiter, die wie im Fluge verging. Peter nahm einen dabei mit, auf eine Reise über alte, gelbe Schulbusse aus seiner Schulzeit und Liedern, die sein Vater ihm damals vorgespielt hat. Besonders eindrucksvoll war es, wie er dabei immer wieder Melodien und Töne durch sein Loopgerät aufnahm und erneut überspielte. So nahm er einmal den Applaus des Publikums und seine Ankündigung des nächsten Liedes auf und baute dies in den nächsten Song ein. Oder er nahm seine Stimme so oft übereinander auf, bis ein langer Ton aus ihr wurde. Dazu stolzierte er durch den Saal durch die leider nicht gefüllten letzten Reihen.

Zum Abschluss nahm er gemütlich neben seinen Platten Platz, die neben der Bühne zum Kauf angeboten wurden. So ganz wollte dann trotzdem noch keiner gehen, lieber hätte man mit ihm ein Bier getrunken und noch mehr alte Geschichten gehört. Das nächste Mal vielleicht.

Peter Broderick from Lugar Comum on Vimeo.


 

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