DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Passion Pit & The Kissaway Trail

Interpret:
Passion Pit

Datum:
14.11.2009

Lokation:
Werkstatt, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 16.11.2009

BERICHTE

Konzertbericht - Passion Pit & The Kissaway Trail

Passion Pit & The Kissaway Trail

An diesem Samstag spielten gleich drei hochkarätige Bands in Köln, die im Jahr 2009 beeindruckende Alben vorgelegt haben: Phoenix, die mit „Wolgang Amadeus Phoenix“ ein weiteres Highlight für die eigene Discographie veröffentlicht haben und sich damit den Durchbruch als Pop-Garant auf allen Medien erhoffen, luden an diesem Abend ins E-Werk ein. Portugal The Man (im Gebäude 9) und Passion Pit hingegen müssen noch einige Shows spielen, bis sie im E-Werk angekommen sind und noch einige Platten veröffentlichen, um ein so großes Publikums-Echo zu erhalten.

Vorerst reichte es allerdings für Passion Pit, um die Werkstatt in Köln Ehrenfeld zu füllen und ein paar hundert begeisterte Fans zu ihren elektronischen Indie Pop-Hymnen tanzen zu lassen. Die Werkstatt war zwar nicht vollends ausverkauft, aber sehr gut gefüllt mit den Indie-Nerds aus Köln und der näheren Umgebung. Ein homogenes Bild, das lediglich durch den ein oder anderen relativ jungen Gast aufgehoben wurde. Der Stimmung im etwas gewöhnungsbedürftigen Venue tat das allerdings keinen Abbruch.

Erst recht nicht als die Indie-Glitzerkinder von The Kissaway Trail aus Dänemark in Schale geschmissen die Bühne betraten. Der Einlass war laut Veranstalter bereits um 18:30 Uhr, man hat allerdings gut daran getan, The Kissaway Trail so lange wie möglich die Bühne nicht betreten zu lassen, denn so war die Werkstatt zu diesem Zeitpunkt äußerst gut gefüllt und die Band musste nicht den undankbaren Job übernehmen, den unbekannten Anheizer zu mimen, den nur die wenigstens sehen wollen. Ganz im Gegenteil: Zwar war ihre rührselige Pop-Show anfänglich noch von herberen Sound-Problemen gezeichnet, das Publikum blieb aber geduldig und wollte sich auch für das restliche Konzert nicht von der Bühne abwenden. Die fünf Mitglieder lieferten eine routinierte Show ab, die kaum Wünsche offen ließ. Ein beflügelndes Gefühl ging von den warmen Melodien aus. Und gerade der Bass und das Schlagzeug sorgten mit ihren anheizenden Rhythmen für glitzernde Augen. Wenn Passion Pit nicht im Anschluss gespielt hätten, wäre für mich das Konzert nach diesen bittersüßen Klängen gelaufen.

Passion Pit ließen sich danach noch ein bisschen Zeit, bevor sie auf der Bühne standen und den ersten Song ihres gefeierten Debüts „Manners“ energisch zu spielen begannen. Gleich zu Beginn war auffällig, dass man ihre Songs auch live erkennt, sie doch um einiges anders klingen als die geschliffenen Studio-Aufnahmen. Ein Beinbruch war das für die aus Cambridge, Massachusetts kommende Band um Michael Angelakos überhaupt nicht. Das Publikum feierte die fünfköpfige Band von der ersten Minute an freudig. Ihr von Synthesizern durchzogener Pop riss umgehend mit und schnell waren die ersten Songs des Albums gespielt. Von „Make Light“, „Let Your Love Grow Tall“, „Little Secrets“ und „Moth's Wings“ war zunächst auch alles dabei, was man vom Album erwartet hat.

Zusätzlich spielten sie aber noch den ein oder anderen Songs ihrer „Chunk Of Cange“-EP und spätestens mit dem herzlichen Song „I've Got Your Number“ und zum Ende des Konzerts mit dem wachrüttelnden „Smile Upon Me“ war es dann aber auch um jeden im Raum geschehen. Ihre fantastische Single „Sleepyhead“ wurde ebenfalls von ihnen gespielt und danach ein weiteres Mal vom Publikum gefordert, doch an den emotionalen Ansturm dieser beiden Nummern reichte es dann doch nicht ran. Zumindest nicht für mich. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit, ein paar sporadischen Worten mit dem Publikum, verausgabten Verrenkungen an den Synthesizern, verschwitzten T-Shirts und einer Zugabe verabschiedeten sich Passion Pit mit ihrer Single „The Reeling“, die man an anderer Stelle eher erwartet und stattdessen lieber „Sleepyhead“ gehört hätte. Ein wundervolles Konzert, das keine Zweifel an der Wahl für diesen Abend offen ließ. Hoffentlich spielen sie in nächster Zeit nicht so schnell im E-Werk.


 

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