DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Panic! At The Disco

Interpret:
Panic At The Disco

Datum:
06.05.2011

Lokation:
Luxor Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Lisa Bertram
Köln, 11.05.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Panic! At The Disco

Panic! At The Disco

Der entspannte Journalist ist auf dem Weg zum Luxor, hat für seine Begleitung eben noch schnell eine Karte für das ausverkaufte Konzert ergattert - und bleibt erstmal auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen. Vor dem Eingang zum Luxor sind sie, die Fans. Sie stehen in Schlange um den gesamten Häuserblock. Selbst um die Ecke ist da noch nichts zu machen. Der entspannte Journalist beobachtet die Fans bei ihrem arttypischen Verhalten. Der gemeine Panic! At The Disco-Fan ist vornehmlich weiblich, zwischen 15-18 Jahre alt (mit wenigen Ausnahmen) und trägt entweder Schwarz oder irgendetwas grellbuntes. Die Mädchen machen sich die Haare. Seit wann die da wohl schon stehen? Die ersten Mädels in der Reihe haben eine Picknickdecke und Verpflegung dabei. Dann setzt sich der Mob in Bewegung. Es geht los.

Nach einer Weile beginnt die Vorband. Der Sound ist schlecht abgemischt, die Gitarre zu laut, der Gesang zu leise, die Musik belanglos. Alles in allem nicht sonderlich bemerkenswert. Der Club ist hochvoll und platzt aus allen Nähten. Es ist unglaublich heiß. Das Luxor ist vielleicht keine so gute Location für das Konzert. Hinten sieht man die Bühne schon gar nicht mehr, und das liegt nicht daran, dass die ganzen Fangirls so groß wären. Dann geht das Licht aus und es wird ganz still - also eigentlich nicht, denn lediglich der DJ hört auf und wird von ohrenbetäubendem Kreischen abgelöst.

Panic! At The Disco betreten die Bühne und beginnen ohne große Umschweife mit „Ready To Go (Get Me Out Of My Mind)”. Ein poppiger Song vom letzten Album. Das Kreischen nimmt kein Ende und es dauert auch nicht lange, da blickt man von hinten auf ein Meer aus Handys und Digitalkameras. Soll man so wirklich ein Konzert genießen? Sich hinstellen und Fotos machen, vorzugsweise noch filmen? Wie sieht das denn aus, wenn die ihren Freundinnen, die leider keine Karte mehr bekommen haben, davon berichten wollen? „Wie war denn das Konzert?” - „Ja guck doch, ich hab Bilder gemacht!” - „Ja schön, aber wie war’s denn? - „Guck doch einfach!”. So könnte ein möglicher Dialog aussehen.

Brendon Urie übt sich als Leadsänger und Entertainer in einem. So spielt die Band nicht nur eine gute Mischung aus „A Fever You Can’t Sweat Out” und „Vices & Virtues” (wobei  die eher unbeliebten Songs aus „Pretty Odd" irgendwo an den Rand geschoben werden), sondern er probiert sich auch in dem Cover von „Your Body Is A Wonderland” von John Mayer (großes kollektives Kreischen, weil bekannt) oder „How Soon Is Now?“ von The Smiths (keiner kreischt, weil unbekannt). Urie weiß auch seine weiblichen Fans mit den richtigen Aktionen zu begeistern - sich bei „Lying Is The Most Fun A girl Can Have Without Taking Her Clothes Off” eine rosa Federboa umzuhängen gehört dazu.  

Die Setlist ist zweifellos gut zusammengestellt, es sind vor allem die Tracks des ersten Albums, die überzeugen können. Aber irgendwas lässt zu wünschen übrig. Sind es die kreischenden Fangirls? Sind es die omnipräsenten Kameras? Man kann es nicht genau sagen. Vielleicht ist es die Tatsache, dass nicht die Musik im Vordergrund steht, sondern der Hype um die Band - was zwar zu erwarten war, aber trotzdem nervt. Das nächste Mal geht man dafür wieder auf ein Konzert, bei dem es nicht im Vorbeigehen herüberschallt: „Und, ich hätte ihn fast berührt!!! Das ist SO aufregend!!!”


 

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