Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Ostern wird anders!
Interpret:
Schreng Schreng & La La
Datum:
04.04.2010
Lokation:
Rubinrot, Köln
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 06.04.2010
Ostern sollte anders werden. So stand es zumindest im Titel für die kleine Tour der Bands Schreng Schreng & La La feat. The mächtige Kuwait-Dingo, Trashboy und Support Your Local Schmerz (die noch als eheruncool angekündigt waren). Von Karfreitag bis Ostersonntag tourten die drei Bands von Trier nach Düsseldorf und rockten zur Halbzeit ihrer kleinen Reise das Kölner Rubinrot. Für einen Teil der Crazewire-Crew war dieser Halbzeitstand selbstverständlich ein Pflichttermin. Aber nicht nur, weil Köln bespielt wurde, versammelten sich Herausgeber, Chefredakteure und Autoren nebst Freunden und Bekannten in Ehrenfeld. Es war insbesondere der Auftritt unseres Herausgebers Lasse mit seinem Kompagnon Jörkk als Schreng Schreng & La La, der uns dort hinzog. Alles andere war für uns - sorry Jungs, ihr wart super und nehmt es uns nicht persönlich - „eher uncool“.
Die Entertainerqualitäten des Duos waren uns allen durch auf YouTube bereitgestelltes Material schon bekannt. Doch an diesem Abend sollten wir sie endlich alle live erleben dürfen, ohne bis in den Osten der Nation oder gar nach Düsseldorf zu fahren, wo sie auch schon unterwegs waren. Somit wurde Schreng Schreng & La Las Auftritt (als auch die von Trashboy und Eheruncool) im hinteren, kleinen Konzertsaal des Rubinrots zu einem Heimspiel, dessen Ausgang nur in der Höhe des Sieges entschieden werden konnte. Denn voll war der Laden allemal!
Und wie es sich für die beiden Routiniers der musikalischen Kleinkunst mit Gesang und Gitarre gehört, sollte ihnen der krönende Abschluss an diesem Abend gehören. Erwartungsvoll standen wir alle dicht an dicht, starrten auf die Bühne und hofften auf die ersten Klänge ihrer mit 100 Kilo Stacheldraht umwickelten Songs der Sehnsucht. Schuhverkäufer und Rauschmittelromantiker La und sein kongenialer Anwalt Dr. Schreng haben über die vergangenen Monate eine Bühensause komponiert, die selbst Hunter S. Thompson die Krokodilstränen ins Knopfloch getrieben hätte. Man betreibt kritischen Diskurs mit der Wahlheimat („Oberbilk"), lässt vereinsamte Zahnbürsten zu Pfählen ins Herz mutieren und ehrt ausgewählte Großartigkeiten wie Eric's Trip und Saint Thomas mit Coverversionen.
Mal ehrlich, wenn alle Bands doch nur so viel Freude an der Performance mitbringen würden, bräuchten wir keine überteuerten Konzerte in viel zu großen Hallen und über zwei Stunden Spielzeit. Das ist Genuss und Euphorie pur, die lediglich einem kurzen Auftritt voller Witz und Ironie, herrlichen Klängen, der Melancholie hingebungsvollen Texten, Seifenblasen und Lametta-Beschüssen bedürfen. Angesichts solcher Vorträge braucht man nicht erst die rosarote Brille persönlicher Verbundheit, um sich anstecken zu lassen. Viel Spaß auf Mallorca, ihr verrückten Hunde!
Bericht von: Bastian Küllenberg & Michael Weber