Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
New Model Army
Interpret:
New Model Army
Datum:
17.12.2011
Lokation:
Köln, Palladium
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 21.12.2011
New Model Army... Eine Band, die für alte Haudegen wie mich, eine große musikalische Relevanz besitzen. Eine Band, die mit Songs wie „Purity“, „Green And Grey“ oder auch „51st State“ Musikgeschichte geschrieben hat. Mittlerweile hat die Band um Sänger Justin Sullivan 30 Jahre auf dem Buckel. Und auch nach diesen 30 Jahren (samt unzähliger Konzerte) schaffen es die Briten mit ihren Weihnachtskonzerten, mehrere Tausend „Fans“ zu ihren Konzerten zu locken. Das Bemerkenswerte daran ist, dass die Band seit „The Love Of Hopeless Causes“ von 1993 eigentlich keine nennenswerte Promotion aus den Medien bekommt.
Und so verwundert es nicht, dass der Altersdurchschnitt jenseits der 30 liegt und bereits beim Einlass, alles einer gewissen Routine gewichen ist. Die Jungs und Mädels, die heute im Palladium sind, wissen eben wie es geht. Ein bisschen verwundert durfte man höchstens sein, dass das Konzert nicht restlos ausverkauft war. Der Schwarzmarkt vor der Tür sah zumindest ziemlich genervt aus und verkaufte die Tickets für gerade einmal 20 Euro.
Face Tomorrow, die erste Band des Abends, hätte ich wirklich sehr gerne gesehen, betrete den Raum aber genau mit dem Schlussakkord. Ärgerlich, war ich doch wirklich bemüht, pünktlich da zu sein.
Die zweite Band des Abends: The Scanners. Eine Band, der ich auf Platte nur wenig abgewinnen konnte. Hier und heute begeistern sie mit klasse Sound, tollem Gesang und einer gewissen Härte, die ihren Songs sehr gut steht. Bemerkenswert auch, dass Sängerin Sarah Daly hochschwanger die Bühne betritt. Respekt.
Nach einer für mein Verständnis zu langen Umbaupause, betreten New Model Army die Bühne. Die Band startet mit „Whirlwind“ und „High“. Das Publikum freut sich, bleibt aber erst einmal verhalten. Jeder hier weiß, dass die großen Hits erst in der zweiten Hälfte des Konzerts gespielt werden. Und hier kommen wir zur Enttäuschung des Abends. Eine Band, die elf Alben und mehr als 20 Singles veröffentlicht hat, kann es nie jedem Recht machen. Und das soll sie auch gar nicht.
Somit sind die folgenden Zeilen schlicht und ergreifend meine ganz subjektive Meinung und sollen nicht bedeuten, dass das Publikum vor der Bühne nicht trotzdem gefeiert hat. Ich für meinen Teil wurde mit jedem Song ein bisschen wibbeliger. Und als nach etwas mehr als einer Stunde zuerst „Here Comes The War“ und kurz darauf „Purity“ gespielt wurde, war ich bereits nur noch halb bei der Sache. In der Zugabe dann „White Coast“ sowie „Get Me Out“. Die Entscheidung, entweder den letzten Zug zu nehmen oder ganz am Ende noch „Green And Grey“ zu hören, fiel dann auf die Heimreise.
Alles in allem etwas schade, da die Band auf der Bühne und das Publikum vor selbiger eigentlich alles richtig gemacht haben. Dazu kommt ein wirklich guter Sound und eine tolle Light-Show im Palladium. Ich war in den vergangenen Jahren seltener auf einem entspannterem Konzert. Nur die Setlist, die hätte ich mir anders gewünscht.