Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Modeselektor
Interpret:
Modeselektor
Datum:
30.10.2011
Lokation:
Gloria, Köln
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 02.11.2011
Sebastian Szary und Gernot Bronsert aka Modeselektor präsentieren sich und ihr Monkeytown im Kölner Gloria. Die Erwartungen des Szene-Punlikums sind hoch. Schließlich verbindet Köln seit fast erster Stunde eine Freundschaft mit Modeselektor. 2005 noch als Geheimtipp im Panoramahaus, 2009 schon mit Moderat im Gloria und Modeselektor sind immer noch dieselben wie in erster Stunde.
Die Lobeshymnen auf das Produzenten-Duo erreichten zuletzt Superlative. Thom Yorke bemüht Kraftwerk-Vergleiche. Nichts scheint zu hoch gegriffen. Modeselektor genießen Narrenfreiheit und ihr drittes Album „Monkeytown“ liefert den Bombast, mit einer imposanten Gästeliste von Anfang bis Ende. Ihr Konzert im Gloria entlädt sich aber ohne große Nachhaltigkeit.
Die vielversprechenden Monkeytown-Allstars eLan und Siriusmo sind im Vorprogramm. Zwei Namen, die in der jüngsten Zeit direkt hinter den Lobeshymnen genannt worden sind. Zu Recht. Elan Stouffer brachte mit seinen zerstückelten Samples und abgehackten Break-Beats den nötigen Beweis. Szene könnte meinen, die frühe Magie eines James Blake zu erleben. Publikum erlebt eine hervorragend knatternde Sample-Show zwischen Hip-Hop und Jingle.
„Electro Keyboard Wizard“ Siriusmo löst Stouffer gestenlos ab und präsentiert seine Produktionen in einem catchy DJ-Set. Sprichwörtlich abgefeuert hat Moritz Friedrich hier sein Album „Mosaik“. Der introvertiert erscheinende Künstler bleibt spitzfindig, seinen Tracks treten wie Rampensäue nach vorne. Samt Modeselektor ist der Abend wie ein Branchentreff von Hype und Superlative aus aktuellem deutschen Techno-Gut.
Die Geste ist groß als Modeselektor im Schatten die Bühne betreten. Klar ist, dass jetzt die Meister am Werk sind, die Zöglinge sich genügend ausgetobt haben. Overall und Hut verschmelzen in den Video-Projektionen der Pfandfinderei, ein Meer aus Bombast-Techno kocht von der ersten Sekunde an. Szary und Bronsert sind in gewohnter Atzen-Manier hinter den Knöpfen.
Ihr Set ist wie eine Werkschau. Das neue Album entfaltet live, wie auch die Vorgänger, seine volle Wirkung. Bühnenkracher von „Hello Mom!“ und „Happy Birthday!“ mischen sich im neuen Live-Set. Laut und bis ins Mark zu spüren, aber nicht im Gloria Theater. Zu hoch die Höhen, zu verstreut die Bässe. So möchte Thom Yorke nicht aus der Torte springen.
Video: „Shipwreck“