Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Klub!Hellerau
Datum:
16.10.2010
Lokation:
Dresden, Hellerau
Autor:
Kai Töpel
Dresden, 25.10.2010
Da ist wohl einiges schief gegangen im Vorhinein der Abschlussparty des Tonlagen Festivals im Dresdner Festspielhaus Hellerau. Die historischen Räume der früheren „Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus“ werden nach einer langen Restaurierung seit 2006 wieder für Theaterstücke und Konzerte genutzt. Auch das Tonlagen Festival der zeitgenössischen Musik ist seit jeher ein fester Bestandteil des Spielplans in Hellerau.
Letztes Jahr fand das Festival einen krönenden Abschluss im Melt!Klub, bei dem Modeselektor, Apparat und James Yuill für ein ausverkauftes Haus und tolle Stimmung sorgten. Ein Grund mehr dieses Jahr einen ähnlichen Abschluss zu suchen, aber leider lief dabei nicht alles wie geplant.
Geplant war nämlich auch in diesem Jahr einen Melt!Klub auf die Beine zu stellen. Schon weit im Voraus wurde dies ohne erste Bandzusagen angekündigt. Es dauerte bis eine Woche vor Beginn des Festivals bis eine Namensänderung zu Klub!Hellerau bekannt gegeben wurde. Das Melt! hat sich, bis auf eine kleines „Melt! präsentiert“ ganz aus der Veranstaltung zurück gezogen.
Mit Planningtorock, Barbara Panther, Byetone und Sick Girls wurde kurz vor dem Festival doch noch ein Line Up zusammengestellt, welches sich wohl, von Byetone abgesehen, als Frauenpower zusammenfassen lässt.
Planningtorock sollte manchen noch bekannt sein durch eine Zusammenarbeit mit The Knife und Mt Sims für die darwinistische Oper „Tomorrow In A Day“, Mit ihrem Freakpop sorgte sie für einen gelungenen Anfang, der eigentlich Lust auf mehr machte.
Leider kam beim Publikum kaum Stimmung auf, was an der etwas monotonen Musik von Byetone gelegen haben könnte, der zu noch früher Stunde gegen Mitternacht Minimaltechno spielte.
Für Barbara Panther und ihre Musik dagegen war es schon etwas zu spät. Als sie gegen 1 die Bühne betrat, wäre es eigentlich Zeit für etwas wirklich Tanzbares gewesen. In Ansätzen kam bei ihrer Mischung aus Soul und Elektro auch Stimmung auf, die allerdings durch eine jeweils zwei minütige Pause zwischen jedem Lied unterbrochen wurde. Das sollte nun mal ein Konzert sein und kein Klub, obwohl sich das die meisten Zuschauer wohl anders vorgestellt hatten.
Immerhin Sick Girls sorgten mit ihrem Stilmix aus Electro, Hip Hop, Grime und all dem anderen, was ihnen in die Finger fiel, für Stimmung. Insgesamt war es jedoch, vor allem für den viel zu hohen Preis von 18 Euro ein etwas ernüchternder Abend in einer wunderschönen Location.