Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Julie Doiron
Interpret:
Julie Doiron
Datum:
14.10.2009
Lokation:
King Georg, Köln
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 19.10.2009
Das King Georg in Köln gehört sicherlich zu den schönsten und sympathischsten Clubs überhaupt. Nette Bedienung, netter Chef, charmante Einrichtung und, was sich später herausstellen sollte, cooler Sound bei Indierock-Konzerten. Und die acht Euro Eintritt für zwei Bands aus Montreal/Kanada sind mehr als fair. Sehr schön!
Dass Julie Doiron fast hundert Besucher dazu bewegen konnte, ins King Georg zu kommen, gibt dem Fan im Nachhinein ein doppelt gutes Gefühl. Zum einen, weil man weiß, dass jeder der Beteiligten (also Club und Bands) einen ganz guten Schnitt gemacht haben dürfte. Zum anderen aber, weil man am Tag darauf im Luxor beim The-XX-Konzert so viele Arschlöcher (mit Verlaub) antreffen konnte, dass man sich zumindest bei einem kleinen Konzert, wie dem von Julie Doiron, darin bestärkt fühlt zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.
Der Abend beginnt mit Plants & Animals, einem Trio aus Halifax, einem Ort östlich von Montreal. Bereits in den 1990er-Jahren hatte diese unscheinbare Stadt eine extrem vitale Musikszene, aus der Bands wie Eric's Trip (mit Julie Doiron am Bass), oder Jale hervorstachen. Und so klingen auch Plants & Animals etwas Retro. Die letzten 15 Minuten erinnerten auf jeden Fall an die gute alte Grunge-Ära.
Nach kurzer Umbaupause und noch kürzerem Soundcheck betrat Julie Doiron mit ihren beiden Mitstreitern die Bühne, bzw. die Mitte des Raums, denn eine Bühne gibt es im King Georg nicht. Und so stand das Publikum im Kreis um die Musiker, was dem Konzert zu einem etwas intimeren Rahmen verhalf. Julie Doiron war in Spiellaune und spielte sich in den kommenden eineinhalb Stunden durch alle Soloalben, wobei ein kleiner Schwerpunkt auf dem aktuellen Album „I Can Wonder What You Did With Your Day“ lag.
Leider spielte sie die eher rockigen Songs, und vergaß dabei ihre wirklich ruhigen Songs. Aber egal, an diesem Abend stimmte ansonsten alles. Und dass sich die Kanadierin im Gespräch nach dem Konzert auch noch als so nett entpuppte, wie man sie sich vorgestellt hatte, passt dann natürlich ins Bild. Und so darf man am Ende getrost sagen, dass Julie Doiron eine unglaublich unterbewertete Musikerin ist, die gerne noch mehr Publikum ziehen dürfte.