Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Johnossi
Interpret:
Johnossi
Datum:
01.02.2011
Lokation:
Düsseldorf, Zakk
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 09.02.2011
Johnossi ist eine dieser Bands, die man lange Jahre sträflich vernachlässigt hat und sich dann auf einmal wundert, dass sie in einem ausverkauften Zakk spielt. Grund genug, eine Bildungslücke zu schließen und sich das ganze Spektakel mal aus der Nähe zu betrachten.
Dass das schwedische Duo Britta Persson mit auf Tour nimmt, überrascht nur auf den ersten Blick. Mir war die sympathische Schwedin aus der Zeit bekannt, als sie auf „Luopita“ von Kristofer Aström mitsang. Ihr neues Album ist aber um einiges rockiger, und so macht sie im Vorprogramm durchaus Sinn. Da ich ein wenig zu spät im Zakk ankomme, bekomme ich nur noch die letzten drei Songs mit, die mich nicht wirklich überzeugen können. Der Schlussapplaus vom Publikum schwankt auch eher zwischen „Höflichkeit“ und „Vorfreude“ auf den Hauptakt.
Der lässt sich ziemlich lange Zeit, was mich mittlerweile immer häufiger stört. Länger als 20 Minuten muss so etwas nicht dauern. Und so fange ich nach einer halben Stunde auch an, ein bisschen nervös zu werden. Dass Johnossi die Warterei damit verkürzen will, dass sie das Publikum dann auch noch mit einem ultralangweiligen Intro beschallen, geht meiner Meinung nach auch in die Hose. Aber dann, dann geht es endlich los. Das Publikum ist von Beginn an begeistert. Der Opener „Mavericks“ ist nett, das darauf folgende „Dead End“ eher belanglos, obwohl der Refrain einen ziemlichen Ohrwurmcharakter hat. Irgendwie erinnert mich der Song an „Heaven“ von Bryan Adams. „Party With My Pain“ ist hingegen ein echter Brecher, der die Kids im Publikum zum ersten richtigen Mosh-Pit animiert. Die kommende Stunde pendelt dann auch irgendwo zwischen belanglos, nett und Brecher hin und her und gipfelt in dem Hit „Man Must Dance“ , der schlicht und ergreifend gut ist.
Am Ende des Abends habe ich zwar meine Bildungslücke geschlossen, die Euphorie des Publikums erschließt sich mir dann irgendwie doch nicht. Um ehrlich zu sein klingen Johnossi für mich wie die perfekte Mischung aus Bryan Adams und Mando Diao – Zwei Musik-Acts, die sich in meiner CD-Sammlung nicht wirklich wieder finden. Und so wird es voraussichtlich auch mein einziges Johnossi-Konzert bleiben.