Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Hello Piedpiper & Jonas Zorn
Interpret:
Hello Piedpiper
Datum:
19.03.2010
Lokation:
Rocco's Bar, Düsseldorf
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 29.03.2010
Stell dir vor es ist Konzert, und keiner geht hin. So, oder ähnlich könnte man die Konzertsituation in Düsseldorf beschreiben. Okay, Tocotronic schaffen es im Handumdrehen, das Zakk auszuverkaufen, und Bands wie 30 Seconds To Mars spielen vor einer vollen Philipshalle. Aber wie sieht es mit den kleinen, stilsicheren Konzerten aus? Tja, die finden in Düsseldorf weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Woran es liegen mag, weiß man nicht. Im Falle von Hello Piedpiper und Jonas Zorn kann es am Bekanntheitsgrad der Musiker oder dem gleichzeitig stattfindenden Klitschko-Boxkampf gelegen haben. Trotz allem ist es eine Schande, dass es gerade mal zehn Zuschauer in Rocco´s Bar schaffen.
Hello Piedpiper heißt eigentlich Fabio und ist einer der beiden Sänger der Kölner Indie-Band Stereo Inn. Zusammen mit seinem Bandkollegen Lukas spielt er fantastische Songs irgendwo zwischen klassischem Singer/Songwriter und gezupften Popsongs. Das schöne an Konzerten dieser Größenordnung ist ja, dass man einen unmittelbaren Kontakt zu den Musikern haben kann. Und da entwickelt sich eine wirklich angenehme Chemie zwischen den beiden Musikern und dem sehr aufmerksamen Publikum. Das Fabio und Lucas zu den Besten Sängern ihres Genres gehören, dürfte jeder wissen, der schon mal auf einem Stereo-Inn-Konzert gewesen ist. Zwei super aufeinander eingespielte Gitarren, ein Glockenspiel und ein fantastischer, zweistimmiger Gesang. Besser kann man das alles nicht mehr spielen. Da muss sich jemand definitiv nicht hinter Szenegrößen wie Björn Kleinhenz oder Rocky Votolato verstecken. Der Applaus der anwesenden Zuhörer klingt dann auch eher nach 50 denn nach zehn Menschen.
Mit Jonas Zorn spielt danach ein ebenso sympathischer, wie auch unterbewerteter Songwriter aus Köln. Nach dem etwas zurückhaltenden Hello Piedpiper, sucht Zorn den Kontakt zum Publikum und erzählt allerlei Geschichten zu seinen Songs, die allesamt zu überzeugen wissen. Irgendwann ist dann Schluss und das Publikum ist sich gewiss, dass sich der Weg in die etwas abgelegene Bar in Oberbilk gelohnt hat. Am Ende bleibt die Gewissheit, dass die schönsten Konzerte die sind, zu denen man ohne Erwartungshaltung geht. Schade, dass es kein Publikum mehr gibt, dass einfach mal auf gut Glück auf solch ein Konzert geht…