Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Götz Widmann
Interpret:
Götz Widmann
Datum:
01.07.2010
Lokation:
Düsseldorf, Zakk
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 05.07.2010
Mitte der 90er-Jahre waren Joint Venture so etwas wie die Begründer einer neuen Liedermacher-Szene. Die beiden Freunde Martin „Kleinti“ Simon und Götz Widmann wollten nicht mit seichter Popmusik á la Reinhard Mey oder den pseudo-politischen Kabarettstücken der Gebrüder Blattschuss in Verbindung gebracht werden. Viel lieber sangen sie über Frauen, Drogen und Sozialkritik. Klar, dass sich vor allem die Studentenbewegung um das Duo versammelte. Seit Simon am 5. Juni 2000 unerwartet an einem Herzinfarkt starb, ist Götz Widmann alleine unterwegs. Gitarre, Gesang und gedämpftes Licht – mehr braucht es für den Musiker nicht.
Im heute bestuhlten Zakk hat sich derweil eine interessante Mischung aus Studenten, Kiffern und Sozialpädagogen versammelt. Dass Widmann es schafft, auch in Düsseldorf und bei bestem Grillwetter fast 300 Zuschauer zu mobilisieren, unterstreicht noch einmal den Stellenwert, den sich der Liedermacher mittlerweile deutschlandweit im wahrsten Sinne des Wortes erarbeitet hat. Über zwei Stunden spielt Widmann nämlich für sein Publikum. Dazwischen darf sich selbiges noch 15 Minuten bei Bier und Bratwurst im netten Biergarten des Zakk entspannen und die letzten Sonnenstrahlen genießen.
Dass die Setlist kaum Wünsche über lässt, ist bei der Länge des Konzerts klar. „Schwanger“ und „Ich liebe mich“ werden ebenso mitgesungen und abgefeiert wie „Zaubersteuer“, ein Lied über die Legalisierung von Haschisch. Am Ende des Zugabenblocks holt sich Widmann dann doch noch Verstärkung auf die Bühne. Zusammen mit einem Mitglied der Monsters Of Liedermaching wird ein altes Joint Venture Lied zum Besten gegeben. Es ist der Abschluss eines großartigen Konzerts. Und auch wenn sich gen Ende die Reihen ein wenig Lichten, dürfte wohl niemand unzufrieden nach Hause gegangen sein.