DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
God Is An Astronaut

Interpret:
God Is An Astronaut

Datum:
14.04.2009

Lokation:
Dresden

Weiterführende Links:

Autor:
Kai Töpel
Dresden, 20.04.2009

BERICHTE

Konzertbericht - God Is An Astronaut

God Is An Astronaut

Volles Haus von Köln bis Berlin, von Hamburg bis München. God Is An Astronaut ist von der Resonanz auf ihren Konzerten so etwas wie die Überraschung des Frühjahrs. Denn trotz Do It Yourself-Einstellung was Aufnahmen, Vermarktung, visuelle Präsentation und Management angeht, haben es die drei Iren geschafft sich eine große Fanbase mit fleißigen Touren und vier Alben zu erspielen.

Auch in Dresden hat sich ein buntes Publikum im fast ausverkauften Beatpol zusammengefunden, um die „full audio visual show“ der Prog-Rocker mitzuerleben. Als Vorband wurde sehr passend Leech aus der Schweiz gewählt, die ihren Instrumental-Postrock etwas metalliger interpretieren. Mit fast einer Stunde Spielzeit und einem großen Publikum zeigte sich, dass beide Bands an diesem Abend fast gleichberechtigt waren.  Aber auch wirklich nur fast, denn die von Visuals unterlegte Show von God Is An Astronaut wird nicht nur mit bloßem Kopfnicken begleitet, sondern manchmal fast frenetisch abgefeiert. Dabei geht es durch eine zweistündige Reise durch die vier Alben auf der mit „All Is Violence, All Is Bright“, „Shadows“, „A Defening Distance“ und „Suicide By Stars“ alles dabei ist, was das Fanherz sich wünsch.

Dabei wirken sie auf der Bühne weitaus noisiger als noch auf Platte, wo sie in ruhigen Momenten auch zum Träumen einladen. Davon sind sie live weit entfernt, denn obwohl sie kaum aufs Publikum reagieren, erzeugt allein ihre Musik eine unglaubliche Kraft. Das besondere Markenzeichen sind dabei die großartigen Visuals, die perfekt zu den Songs abgestimmt sind. Dabei verwenden sie eine Vielzahl von High 8-Fundstücken und Ausschnitte aus Weltraumausflügen sowie Kriegsbilder. Perfektion ist dabei die wichtigste Eigenschaft, denn neben der visuellen Umsetzung sind die Backgroundtracks ebenfalls perfekt auf sie ausgerichtet und ermöglichen die Songs, die teilweise auf 64-Spuren aufgenommen wurden, auch live in nahezu CD-Qualität zu präsentieren. Trotzdem lässt sich dabei nur erahnen, was wäre, wenn die heraneilenden Bongos in „Zodiac“ live gespielt wären oder die traumhaften Keyboard-Bögen aus „Snowfall“. Zumindest kommen die Sigur Rós-ähnlichen Vocals wie zum Beispiel in „Fragile“ nicht vom Band, sondern vom Gitarristen Torsten Ginsella. Der Sound an diesem Abend war vor allem Ohrenbetäubend. Wer ohne Gehörschutz dabei ausgekommen ist, wird wohl bald einen Ohrenarzt aufsuchen müssen. Warum es wirklich so laut sein musste, bleibt wohl ein Geheimnis des Soundmanns, der übrigens auch, passend zur DIY-Einstellung, von God Is An Astronaut mitgebracht wurde.

Nach zwei Zugaben, ein paar kurzen Ansprachen und einem kurzen Winken ins Publikum verabschieden sich die drei Iren von der Bühne und lassen neben einem lauten Piepen im Ohr vor allem ein paar begeisterte Gesichter zurück.


 

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