Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Erland & The Carnival
Interpret:
Erland & The Carnival
Datum:
12.11.2010
Lokation:
Cafe Steinbruch, Duisburg
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 15.11.2010
Offensichtlich haben hier im Vorfeld die Kölner Veranstalter geschlafen. Wie anders ist es zu erklären, dass Erland & The Carnival nicht in der Rheinmetropole gastieren? Das einzige NRW-Konzert geben die Briten ausgerechnet in Duisburg und es untermauert sich damit einmal mehr der gute Ruf, den sich das sympathische Cafe Steinbruch in der jüngeren Vergangenheit aufgebaut hat. Ein Blick auf das aktuelle Programm der Location lässt mit der Zunge schnalzen: Svavar Knútur, Sam Amidon, Sleepy Sun und Rocky Votolato sind Namen, die man nur bucht, wenn man Ahnung von Qualitätsmusik hat und nicht stumpf auf den Trendzug aufspringt.
Erland & The Carnival nach Duisburg zu holen ist gewagt und es ist umso schöner zu sehen, dass nicht gerade wenig Menschen den Weg in den Steinbruch gefunden haben. Es scheint, als seien viele ohne Kenntnis der Band hier. In Duisburg vertraut man dem Geschmack seines Lieblings-Liveclubs und erhält dafür hochklassige Unterhaltung zum mehr als fairen Ticketspreis von 12 Euro Abendkasse. Und als sei das allein noch nicht genug Grund zur Freude, bietet der Steinbruch sogar einen kostenlosen Shuttle-Service an, der Zugereiste wie mich direkt am Hauptbahnhof einsammelt und nach dem Konzert auch wieder zurück bringt. Ein Lob an die Verantwortlichen ist an dieser Stelle mehr als angebracht.
Das Konzert selbst steht in Sachen Qualität dem Venue in nichts nach. Erland & The Carnival zelebrieren gutgelaunt ihren Tourauftakt und lassen sich kaum anmerken, dass ihnen eine lange Anreise in den Knochen steckt. Auf der Bühne ist das Kern-Trio aus Sänger Erland Cooper, Drummer David Noch und Gitarrist Simon Tong (Ex-The Verve) um zwei weitere junge Musiker an Bass und Orgel erweitert. Im Vergleich zu den Aufnahmen des starken Debütalbums, klingt es live deutlich krachiger und mehr nach Garage. Die vormals zaghaft angedeuteten 13th Floor Elevators-Referenzen kommen so klarer zum Vorschein. Besonders das fulminante Schlagzeugspiel übernimmt mehrfach die Führungsrolle und verleiht den Songs einen scheppernden Druck, der mitunter gar an die Energie der Small Faces denken lässt. Erland & The Carnival liefern mehr als nur ordentlich ab, bedanken sich beim begeisterten Publikum mit einer ausführlichen Zugabe und werlassen nach über einer Stunde sichtlich erfreut die Bühne.