DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Endstation Sehnsucht mit Ponyboy und The Black Atlantic

Interpret:
Various Artists

Datum:
11.02.2011

Lokation:
Bürgerbahnhof, Wuppertal/Vohwinkel

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 16.02.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Endstation Sehnsucht mit Ponyboy und The Black Atlantic

Endstation Sehnsucht mit Ponyboy und The Black Atlantic

„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Vohwinkel? Wir müssen da irgendwie hin!“ Es war wie bei einem Familientreffen am vergangenen Freitag, als sich eine mittelgroße Gruppe von Köln aus nach Wuppertal aufmachte, um dort im Bürgerbahnhof die nächste Ausgabe der „Endstation Sehnsucht“ zu belauschen. Einen Sonderzug brauchten wir zwar noch nicht, aber wir arbeiten eifrig daran. Erst recht, wenn die Steigerung des Line-Ups so konstant weitergeht wie bei den letzten Malen.

Die Veranstalter verstehen es immer besser, die Bands zu buchen und somit den Besuchern das Wasser im Mund zusammen laufen zu lassen. Auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich mir im Vorfeld zu The Black Atlantic aus den Niederlanden nichts angehört hatte. So war die Überraschung mindestens genauso groß wie das Bild der versammelten Masse vor dem Bürgerbahnhof, die unbedingt noch rein wollte. Ausverkauft, nichts ging mehr. Der Name „Endstation Sehnsucht“ ist wohl angekommen und hat sich in den letzten Monaten wie ein Lauffeuer weit über die Grenzen von Wuppertal hinaus verbreitet.

Die Ticketreservierung war also Gold wert. Anders wäre es nichts mehr möglich gewesen. Slalomlaufend an den schon anwesenden Besuchern vorbei, suchten wir uns ganz hinten ein Plätzchen im wie immer sehr gemütlich eingerichteten Konzertsaal. Mit bester Sicht auf die Bühne begann der Konzertabend, der von Thomas Baumhoff alias Ponyboy eröffnet wurde. Gemeinsam mit seinem „Produzenten“, der an der E-Gitarre sitzt, spielte er auf seiner Akustik-Gitarre sehr softe und verhaltene Singer/Songwriter-Folk-Songs. Das Publikum war leise und andächtig, während er seine Weisen zum besten gab. Doch der Funke wollte nicht so recht überspringen, obwohl seine Musik komplett in den Rahmen des Konzepts der „Endstation Sehnsucht“ passte. Möglicherweise hatte es auch an der fehlenden Restinstrumentierung gemangelt, die man doch von ihm in poppiger Manier bei Subterfuge aus Düsseldorf gewöhnt ist.

Ganz anders war es da vom ersten Moment an, als The Black Atlantic zu spielen begannen. Stille, freudige Gesichter und strahlende Augen erfüllten den Raum. Die vier Niederländer spielten eine fantastische, zum Träumen anregende Show voller Gefühl und Sehnsucht. Das „schwarz“ in ihrem Namen wurde durch spielfreudige Wärme, die in allen Facetten eines Prismas leuchtet, ersetzt. Die unendliche Tiefe des Atlantiks aber spiegelte sich in jedem ihrer zärtlichen Folk-Pop-Songs wider. Auf Gitarre, Keyboard - das natürlich auf Piano eingestellt war -, sachtem Schlagzeug, Bass, Okulele und Harmonika verzauberten sie alle Anwesenden im Handumdrehen. Getragen von den wiegenden Melodien, waren alle Teil eines wundervollen Konzertabends, den The Black Atlantic so wohl nicht erwartet hätten. Schließlich dürfte das mit Sicherheit ihr letztes Konzert in einem so kleinen und herrlich warmen Ambiente gewesen sein. Zum Abschluss suchten sie noch einmal die Nähe zum Publikums, stellten sich mit einer Okulele in die Mitte des Raumes und spielten einen weiteren Song ihres rührseligen Albums „Reverence For Fallen Trees“. „Madagascar“ war noch nie so romantisch wie an diesem Abend in Vohwinkel.

Video: The Black Atlantic - „Madagascar“ (live @ Endstation Sehnsucht)


 

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