DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Eels

Interpret:
Eels

Datum:
14.06.2011

Lokation:
Essigfabrik, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Tobias Wecker
Düsseldorf, 22.06.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Eels

Eels

Die Eels zu Gast in der Kölner Essigfabrik, verlegt wegen großer Nachfrage aus dem Gloria. Auf kaum eine andere Band freut man sich alle paar Jahre dermaßen aufs Neue. Denn Indie-Kauz Mark Oliver Everett alias E ist nicht nur einer der ganz Großen seines Faches, sondern überrascht auch auf jeder Tour mit unerwarteten Bandkonstellationen. Wurde er vor einigen Jahren von Streichern unterstützt, stehen ihm am heutigen Abend Blasinstrumente zur Seite. Insgesamt sind neben zwei Bläsern noch drei Gitarristen, ein Bassist und ein Schlagzeuger im Einsatz – das wirkt fast schon wie eine Big Band.

E und seine ebenfalls bärtigen (auch wenn hier E die durch die Gesichtsbehaarung kaum sichtbare Nase klar vorn hat) und allesamt Sonnenbrille-tragenden Mitstreiter zeigen sich in bester Laune. Viele Stücke werden nicht nur gespielt, sie werden mit Jams und zusätzlichen Passagen geradezu zelebriert. Durch die ungewohnte Instrumentierung erscheinen einige Songs in einem völlig neuen Gewand. Das gelingt manchmal weniger, wie bei „My Beloved Monster“, manchmal überragend, wie bei „I'm Going To Stop Pretending That I Didn't Break Your Heart“. 

Meistens will man sich aber gar nicht festlegen, ob einem die Version besser oder schlechter gefällt als die bisher bekannte. So etwa bei der minimalistischen Fassung von „Last Stop: This Town“. Stattdessen erfreut man sich einfach eines Künstlers, der seine Songs nicht herunterspielt, sondern sich vor jeder Tour Gedanken über neue Facetten und Ausarbeitungen macht. In gewisser Weiser ist E ein ewig Suchender. Das beglückt vielleicht nicht alle Käufer seines Best of-Albums („Meet The Eels“) und alle Fans der „Shrek"-Reihe, macht dafür aber jedes Konzert zu einem einmaligen Erlebnis.  

Die Eels führen durch ein ausgewogenes Set aus stolzen 16 Jahren Bandgeschichte. Auffällig ist die im Vergleich zu vielen Alben positive Grundstimmung dieses Konzertabends. Es hat schon fast etwas Paradoxes, wenn E launig jedes seiner aktuellen Bandmitglieder vorstellt, mit ihnen abklatscht und kleine Anekdoten über sie zum Besten gibt - um im nächsten Song „Life is good and I feel great / Cause mother says I was a great mistake“ zu intonieren. 

Aber vor allem macht es einen glücklich, dass ein vom Leben derart gebeutelter E in der Lage ist, neben all dem Schmerz so viel Freude zu empfinden – und beides an die begeisterten Zuschauer in der Kölner Essigfabrik weitergibt. Man darf sich schon auf die nächste Tour freuen. Dann ja vielleicht mit einer Renaissancelauten-Combo.

Video: „Baby Loves Me“


 

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