Kategorie:
Konzertbericht
Titel:
Dinosaur Jr.
Interpret:
Dinosaur Jr.
Datum:
17.09.2009
Lokation:
Düsseldorf, Zakk
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 28.09.2009
Als die Nachricht durchsickerte, dass Dinosaur Jr. auf große Europa-Tour kommen, und das auch noch in Originalbesetzung, war die Vorfreude groß. Nicht nur, dass das aktuelle Album „Farm“ extrem gut ist, nein auch unzählige alte Hits warteten auf das Publikum. Und so verwunderte es auch nicht, dass das Konzert im Düsseldorfer Zakk ausverkauft war. Endlich einmal konnte Düsseldorf beweisen, dass es „rocken“ kann.
Doch zuerst musste man sich die unsägliche Vorband „Oiro“ antun. Der Sänger disqualifizierte sich durch eine Reihe recht hohler Ansagen, und die schrammelligen Punksongs, im Stile alter Turbostaat-Songs, gingen im Soundmatsch komplett unter. Zwischen den Liedern Kritik an Veranstaltung, dem Management des Hauptacts und Dinosaur Jr. selbst zu äußern ist ja per se nichts Schlimmes, nur wenn alles so Kacke war, seid doch Punks genug und fahrt ohne zu spielen wieder nach Hause.
Nach einer mit 35 Minuten recht langen Umbaupause, kommen J., Lou und Murph unter für Düsseldorfer Verhältnisse ordentlichem Applaus auf die Bühne. Was dann folgte war ein solide runter gespieltes Set mit einigen alten Hits („Feel The Pain“) und vielen aktuellen Songs. Dabei konnte vor allem der Opener „Pieces“ und die erste Single des Albums „Over It“ überzeugen, und auch der Sound war mittlerweile recht ordentlich eingestellt. Aber richtig gute Stimmung sollte nicht aufkommen. Vereinzelt wurde getanzt oder Luftgitarre gespielt (sic!). J. Masics, gewohnt wortkarg, spielte seine grandiosen Soli, jedoch sah er dabei aus, als ob ihn das alles ziemlich ankotzen würde. Murph arbeitete sich derweil hinter seinem Schlagzeug tight durch die Songs, während Lou wenigstens einen Anflug von Kontaktaufnahme mit dem Publikum probierte.
Nach knappen 75 Minuten (wenn man die ganze Gitarrenstimmerei von Mascis abzieht, werden das gerade mal 70 Minuten Spielzeit gewesen sein) ist Schluss. Zwar kommt die Band nochmal für ein paar Songs zurück auf die Bühne, aber um punkt 23 Uhr ist Feierabend. Dass sich die Musiker dabei noch nicht mal auf die Zugaben einigen konnte, spricht nicht unbedingt für eine gute Chemie innerhalb der Band. Aber das ist auch nichts Neues. Alles in allem kann man diesen Abend gut gefunden haben, muss man aber nicht. Gewiss ist nur eins, Düsseldorf wird nie zu einer „Rock-City“ und ein 0,4er Plastikbecher mit schalem Bier, der 4 Euro kostet ist und bleibt eine Frechheit. Das Zakk ist auch nicht mehr das, was es mal war.