DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
Digitalism

Interpret:
Digitalism

Datum:
26.11.2011

Lokation:
Gloria, Köln

Weiterführende Links:

Autor:
Lisa Bertram
Köln, 02.11.2011

BERICHTE

Konzertbericht - Digitalism

Digitalism

Es ist Mittwoch. Die Hälfte der Arbeitswoche ist geschafft und das Wochenende wird sehnlichst erwartet. Um das Warten zu versüßen, tragen die zwei Hamburger von Digitalism deutlich dazu bei, dem Mitwochabend einen Hauch Wochenend-Flair zu verpassen. 

Eine lange Schlange ziert die Straße. Viele Feierwütige hat es zum Gloria verschlagen, um sich elektronischer Musik hinzugeben. Vor der Bühne sammeln sich bereits einige Teenager, um in der ersten Reihe stehen zu können, während alte Hasen sich an der Bar ein oder zwei Bier genehmigen. Vorband des Elektro-Duos ist ein DJ, der mit seinen Synthies aus der Steckdose herum hantiert. Er wird mit Langeweile bis Desinteresse dotiert, das Publikum unterhält sich oder spielt mit ihren Handys. Hier und da wippt jemand mit dem Kopf. Schnell ist sein sporadisch zusammengezimmertes Pult abgebaut, sodass das Bühnenbild wirken kann. Frei nach dem Motto „I Love You, Dude“ hängen drei weiße Herzen an der Wand, die Bühne ist zudem mit zahlreichen Leuchtständern bestückt, ein Schlagzeug steht in der Ecke. 

Dieses wird von einem dritten Bühnenmitglied von Digitalism gespielt, während die beiden Hauptakteure sich an ihren Synthesizer positionieren. Es dauert nicht lange, da erschüttert das gediegene Gloria vor lauten Elektro-Beats, Hooklines und teilweise infernalischem Krach. So muss das. Bubis in Karohemden rasten aus, Mädchen schunkeln, weiter hinten nickt man wohlwollend. Irgendwann tobt in der Mitte der Mob und reißt alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Ein einziges großes DJ-Set und skurrile Videos, die auf die Herzen projiziert werden, fesseln das Publikum. Wenn Jens Moelle ans Mikro schreitet, um „2 Hearts“ zu singen, klingt seine Stimme gehetzt und ausgepowert. Es wird gehüpft und geschwitzt und um sich geschlagen. Digitalism fluten den Club wie eine gewaltige Welle. Die Flutwelle wird auch das Publikum nicht so schnell frei geben, denn Track nach Track wird es nur weiter hin- und hergeworfen. Manch einer verliert dabei an Halt. 

Nach einer Stunde geben Digitalism ihr Publikum frei und hinterlassen eine wüste Menge gestrandeter Menschen, die sich erschöpft und glücklich auf den Heimweg begeben. Es ist Donnerstag, nicht mehr lange bis zum Wochenende. 


 

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