DETAILS

Kategorie:
Konzertbericht

Titel:
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Interpret:
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Datum:
27.03.2011

Lokation:
zakk, Düsseldorf

Weiterführende Links:

Autor:
Tobias Wecker
Düsseldorf, 06.04.2011

BERICHTE

Konzertbericht - ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

...And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Das mit Konzerten von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead ist immer so eine Sache: Da bringt die Band aus Texas zum Beispiel vor einigen Jahren das ziemlich eingängige „So Divided“ raus, was mich dazu verleitet, insgesamt drei mehr oder weniger zart besaitete Freundinnen mit auf das Konzert in Mannheim zu nehmen. Und dann spielt die Band ein unglaublich brachiales Konzert, das selbst mein weitaus weniger sensibles Trommelfell erschüttert. An die entgeisterten bis entsetzten Blicke meiner Freundinnen erinnere ich mich noch heute. Auch bei meinen folgenden Konzertbesuchen ist die Energie jedes Mal atemberaubend, geht aber zuweilen zu Lasten der auf allen Alben über jeden Zweifel erhabenen musikalischen Qualität. 

Dieses Mal kommt die Band mit dem aktuellen Album „Tao Of The Dead“ ins Düsseldorfer zakk. Schon vor dem Auftritt wird offensichtlich, dass sich einiges geändert hat: Wo die Bühne in den letzten Jahren voll gepackt mit Instrumenten war, darunter zwei Schlagzeuge und Keyboards, sieht dieses Mal alles ungewöhnlich kompakt aus. Und so betreten …Trail of Dead dann auch nur mit vier statt wie sonst sechs Mitgliedern die Bühne, wobei lediglich die Gesichter der beiden Sänger, Gitarristen, Masterminds und Gründungsmitglieder Conrad Keely und Jason Reece vertraut sind. 

…Trail Of Dead spielen ein Set bestehend aus drei Teilen. Zuerst beweist die Band, dass auch ausgewählte Passagen ihres progressiven Werks „Tao Of The Dead“ live und mit nur vier Musikern sehr gut funktionieren. Höhepunkt dieses ersten Konzertabschnitts ist das epische „Strange News From Another Planet“, das live im Vergleich zur Platte sogar noch einmal wächst. Insgesamt bringt dieser Teil des Konzerts das Publikum nicht zum Toben, ist aber musikalisch mit das Beste, was man live bisher von der Band gehört hat.

Im zweiten Teil bietet die Band viele ihrer Klassiker. Immer mehr wirkt sich die Reduktion der Bandgröße positiv aus. Denn der Sound ist vielleicht nicht ganz so massiv und vielschichtig wie auf vorherigen Touren, dafür ist das Rockerlebnis noch direkter.  Bei der Songauswahl bleibt wirklich kaum ein Fanwunsch unerfüllt: Vom Meilenstein „Worlds Apart“ werden unter anderem der Überhit „Will You Smile Again?“, der Rocker „Caterwaul“ und der Titeltrack geboten, den die Band sicher nicht oft live gespielt hat. Auch die vielen Fans von „Source Tags & Codes“ dürfen sich über  solche Perlen wie „How Near How Far“ oder das live unglaublich fesselnde „It Was There That I Saw You“ freuen. Nur diejenigen, die vor allem die Alben „So Divided“ und „The Century Of Self“ lieben, gehen komplett leer aus. Ein Luxus, den sich wahrlich nicht viele Bands leisten können. Immer wieder sucht vor allem Keely die Kommunikation mit dem Publikum und fordert zum gemeinsamen Besäufnis auf. In Anbetracht der bunten Mischung aus Rotwein und Tequila dürfte selbst bei diesen trinkfesten Texanern der Kater unvermeidlich sein.  

In der letzten halben Stunde des Konzerts folgt dann der eingangs beschriebene obligatorische Exzess aus Krach und Chaos. Jeder darf mal ans Schlagzeug, jeder darf prügeln und knüppeln was das Zeug hält. Das hat schon etwas anarchistisches, wie die Band ihre ganz alten Songs „Totally Natural“ und „Richter Scale Madness“ zerhackt. Die Band will es sogar noch lauter, doch die Dezibel-Regel im zakk lässt dies leider oder zum Glück nicht zu. Unversehrt bleiben dieses Mal einzig die Instrumente, die die Band in der Vergangenheit ja gerne gemeinsam mit den Songs zerlegt hat. 

Wie nach eigentlich jedem …Trail Of Dead Konzert geht man am Ende wie befreit nach Hause. Alle Aggressionen sind raus, die Leute gucken wie Boxer nach einem harten, aber zumindest in den meisten Fällen siegreichen Kampf.

Video: „Tao Of The Dead (Official EPK)“


 

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