Kategorie:
Festivalbericht
Titel:
Berlin Festival 2011
Interpret:
Various Artists
Datum:
09.09.2011
Lokation:
Berlin – Flughafen Tempelhof
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 21.09.2011
Das Berlin-Festival 2011 fing erst einmal genau so an, wie im desaströsen Vorgänger-Jahr – mit organisatorischen Unzulänglichkeiten. Ich werde es einfach nie verstehen, warum man den fünf Ordnern, die an exponierter Stelle stehen, nicht einfach die handvoll Basics erklärt, die sie im Minuten Takt gefragt werden. Fragen wie „Wo ist die Toilette?“, „Wie komme ich zum Pressezelt für die Akkreditierung“ und „Darf man auch durch das Gebäude auf das Festivalgelände“ sollten doch keine sonderlich großen Probleme darstellen. Und trotzdem wurden wir mindestens sechsmal in die falsche Richtung geschickt.
Darüber hinaus gab es wieder keine Schließfächer. Zumindest habe ich Freitagabend aufgehört zu fragen, schließlich ist die Antwort „Das haben wir doch auch nie kommuniziert“ schon wieder so blöd, dass... ach lassen wir das. Ich habe jedenfalls keine Lust mit Laptop und Kamera bepackt 12 Std. übers Festival-Gelände zu laufen. Also keine Fotos.
Aber genug gemotzt. Auf dem Festival Gelände selbst gab es nämlich ein paar extrem positive Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Hangars, im vergangenen Jahr Grund für den Abbruch des Festivals, waren auf der gesamten Breite offen. Hierdurch konnte man auf die engen Schleusen verzichten. Eine Änderung, die für ein durch und durch entspanntes Festival sorgte. Denn so konnte man zu jeder Zeit ÜBERALL hin und jede Band bequem sehen. Kleiner Wehrmutstropfen: Bei Bands, die gegen starke Konkurrenz antreten mussten (dEUS, The Bloddy Beetroots), sahen die Hangars etwas leer und somit ein bisschen trostlos aus.
Die zweite Neuerung war die Verlegung der After-Show Party auf das Gelände der Arena, wo vier weitere „Floors“ ab 23:00 Uhr auf Besucher warteten. Tolle Idee, die mit einem eigenen Shuttelservice vom Flughafen, übers Flugfeld bis zum Arena-Gelände ziemlich gut organisiert wurde. Wartezeiten an den Bussen zumindest bei mir minimal. Sehr gut.
Das Line-Up konnte sich auch in diesem Jahr sehen lassen. Mogwai, Primal Scream, Public Enemy, Boys Noize, dEUS, Suede, Beginner, The Bloody Beetroots (mit Dennis Lyxzén), CSS und Mr. Oizo sind nur einige Highlights des Festivals. Dazu Bands wie The Naked And Famous, Hercules And Love Affair oder der gehypte, aber doch enttäuschende James Blake.
Ein bisschen schade, aber sicherlich den widrigen Umständen des Festivalgeländes geschuldet, ist der durchschnittliche Sound. Neben den Beginnern und Boys Noize (bei dem die ganze Anlage kurzzeitig ausfiel) hatte auch Brett Anderson von Suede offensichtlich Probleme mit dem Sound auf der Bühne. Ob man sich trotzdem so affig geben muss ist eine andere Frage, aber irgendwie zogen sich die Probleme offensichtlich über das ganze Festival hinweg.
Alles in allem würde ich von einem gelungenem Festival sprechen. Auch wenn weiterhin Optimierungsbedarf besteht, so haben die Veranstalter doch Vieles angepackt und verbessert. Und das ein Robert Stadlhober von Gary neben Denyo von den Beginnern Autoscooter fährt, während sich keiner der Besucher ernsthaft darum kümmert, spricht ja irgendwie auch für das Festival.
BERLIN FESTIVAL 2011 from whatever on Vimeo.